Union und FDP wollen zustimmen

Für 2025 ist das Deutschlandticket gesichert – und danach?

Wie geht es mit dem Deutschland­ticket weiter nach 2025?

Die Hängepartie zur Zukunft des Deutschland­tickets ist vorbei. Zumindest für das kommende Jahr. „Das Deutschland­ticket 2025 wird es geben“, sagte CDU-Chef Friedrich Merz am Freitag in Berlin nach einer Fraktions­sitzung von CDU und CSU. Die Union werde den Weg natürlich frei machen, fügte Merz hinzu.

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Politiker der Union hatten die Entscheidung bereits am Donnerstagabend bekannt gegeben. Auch die FDP kündigte Zustimmung im Bundestag an. „Millionen Menschen nutzen das Ticket mittlerweile, und deshalb wollen wir es auch im kommenden Jahr fortsetzen“, sagte Fraktionschef Christian Dürr der „Osnabrücker Zeitung“.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) schrieb auf der Plattform X, es sei gut, dass das Deutschland­ticket verlängert werde. „Es ist gut für unser Land, dass wir da, wo wir einig sind, auch einig handeln.“

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Bei der Entscheidung im Parlament geht es um einen vergleichsweise kleinen Anteil der Ticketkosten von 350 Millionen Euro. Diese Summe war 2023 wegen der verspäteten Ticketeinführung im Mai nicht aufgebraucht worden und soll durch eine Änderung des Regionalisierungs­gesetzes auf das kommende Jahr übertragen werden. Die Minderheits­regierung von SPD und Grünen hat dafür keine Mehrheit und ist auf Stimmen der Opposition angewiesen.

Der weit wichtigere Teil der Finanzierung stand bereits vorher: Bund und Länder stellen je 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Darüber hinaus soll der Finanzierungs­beitrag durch die Fahrgäste steigen. Der monatliche Ticketpreis wird deshalb im Januar von 49 auf 58 Euro erhöht.

Deutschlandticket für 2025 gesichert – Union macht Weg frei
Union und FDP machen den Weg frei für eine Verlängerung des Deutschland­tickets im kommenden Jahr. Wie es danach weitergeht, weiß derzeit allerdings niemand.

Zukunft nach 2025 völlig offen

Wie es nach 2025 weitergehen soll, ist derzeit aber völlig unklar. „Wir wollen, dass so ein Ticket wie das Deutschland­ticket erhalten bleibt“, sagte CDU-Chef Merz. Aber wie es künftig finanziert werde und wer es finanziere, werde Gegenstand schwieriger Verhandlungen im nächsten Jahr. Das Deutschland­ticket sei wesentlich teurer geworden als ursprünglich geplant, so Merz weiter. „Die Länder haben große Probleme, das auch umzusetzen mit den entsprechenden Strecken.“ Bayerns Minister­präsident Markus Söder (CSU) hatte zuvor die Existenz des Tickets als Ganzes in Frage gestellt, so der Bund nicht die vollen Kosten übernehme.

Politiker von SPD und Grünen, aber auch Verkehrs­verbände forderten eine Lösung der Finanzierungs­frage über das Jahr 2025 hinaus. „Eine der ersten Aufgaben der nächsten Bundes­regierung muss die Fortführung des Deutschland­tickets sein“, sagte der Vorsitzende der Verkehrs­minister­konferenz, NRW-Verkehrs­minister Oliver Krischer. „Das ist vor allem auch für Unternehmen wichtig, damit sie mit dieser Sicherheit mehr Jobtickets anbieten können. Je mehr Menschen das Ticket nutzen, desto sicherer ist die künftige Finanzierung“, so der Grünen-Politiker weiter.

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Der Haupt­geschäfts­führer des Verbands Deutscher Verkehrs­unternehmen, Oliver Wolff, sagte: „Es ist gut, dass nun auch die Unionsfraktion die Finanzierung des Deutschland­tickets für das kommende Jahr in den Haushalts­beratungen mit beschließen will.“ Damit werde das Ticket nicht zum Thema im Bundestags­wahlkampf und es gebe zumindest für das kommende Jahr Planungs­sicherheit für die Branche und Fahrgäste. „Allerdings zeigen die Debatten der letzten Tage auch, dass wir dringend gemeinsam mit Bund und Ländern an einer Lösung arbeiten müssen, damit das Deutschland­ticket nicht Jahr für Jahr aus finanziellen Gründen wieder infrage gestellt wird.“

Der Geschäfts­führer des Interessen­verbands Allianz pro Schiene, Dirk Flege, forderte eine partei­übergreifende Zusage, dass das Ticket auch langfristig gewollt und finanziert werde. Auch der Fahrgastverband Pro Bahn sprach sich für die dauerhafte Absicherung des Deutschlandtickets aus. Aber: „Es braucht eine einfachere Finanzierungsstruktur“, sagte Verbandssprecher Lukas Iffländer.

Der BUND-Verkehrsexperte Gabriel Kapfinger warnte: „Die Menschen im Land brauchen Verlässlichkeit und Sicherheit in ihrer Mobilität und kein Wahlkampfgetöse.“ Ein wiederholtes Infragestellen des Deutschlandtickets sorge bei vielen für Verunsicherung - auch mit Blick auf die Wahl des Verkehrsmittels und Investitionsentscheidungen.

RND/ab/am/dpa