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Supercup

Die Bayern san schon da: Torspektakel weckt Bundesliga-Lust

Was für eine Vorspiel: Der FC Bayern zeigt, wie er ohne Lewandowski auf große Titeljagd gehen will. Fünf Tore - fünf Torschützen. Einer davon, 19 Jahre jung, ragt heraus.

Autor:

dpa
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Oliver Kahn lächelte nach dem Münchner Torefestival von der Leipziger Tribüne, Trainer Julian Nagelsmann verteilte das Prädikat «Weltklasse». Die Bayern-Botschaft an die Konkurrenz im Supercup-Vorspiel ist eindeutig: Mia san schon da!

Eine Stunde lang brillierte der deutsche Fußball-Rekordmeister beim Lustmacher auf die WM-Saison gegen einen in der ersten Spielphase überforderten DFB-Pokalsieger RB Leipzig. Erst als die Kräfte der Bayern-Asse um Sadio Mané nach einer sehr kurzen Vorbereitung etwas schwanden, wurde es noch mal enger für die Münchner im ersten Pflichtspiel ohne Robert Lewandowski.

Am Ende stand's aber 5:3 (3:0), Supercup-Titel verteidigt und den Herausforderern eine Woche vor dem Start der Fußball-Bundesliga ein klares Signal geschickt. «Das war ein Ausrufezeichen, mit einem Pokal in die Saison zu starten», sagte Nationalspieler Serge Gnabry, einer der fünf Bayern-Torschützen beim Trefferfestival. «Es war eine perfekte Nacht. Mein erstes Spiel, mein erster Titel mit diesem aufregenden Club. Ich bin glücklich», kommentierte Mané.

«Man hat gesehen, dass wir brandgefährlich sind», stellte Sportvorstand Hasan Salihamidzic sichtlich zufrieden fest: «Dass wir viele schnelle Spieler haben, viele torgefährliche Spieler, die alle in der Lage sind, Tore zu machen. Und das ist ja die Idee», betonte der Ex-Profi. «Wir sind einen Tick schwerer ausrechenbar», befand Coach Nagelsmann. Das bedeute aber nicht zwangsläufig, dass sie auch erfolgreicher seien, sagte er - auch aus Respekt vor den Leistungen von Weltfußballer Lewandowski, der die Bayern Richtung FC Barcelona verlassen hat.

«Er hat acht Jahre herausragend hier gespielt - mit unfassbar vielen Toren. Auch in meiner Amtszeit hat er fast 40 Tore wieder gemacht. Da muss man auf keinen Fall irgendwie nachtreten, sondern Lewy auf ewig dankbar sein», sagte Nagelsmann. Warum der Pole jüngst gen München verbal giftete, konnte sich der Bayern-Trainer auch nicht so richtig erklären. Nagelsmanns Auftrag ist ohnehin, eine Mannschaft nach der Lewandowski-Ära zu formen.

Mit klaren Zielen, wie sie auch Gnabry noch mal bekräftigte nach der ersten Trophäe der Saison: «In der Bundesliga wollen wir den Titel verteidigen, im Pokal wollen wir den Titel - und in der Champions League wollen wir so weit wie möglich kommen.»

Sonderlob für Musiala

Gegen die Leipziger, die an der Vorherrschaft der Bayern auch in dieser Saison wieder kratzen wollen, war die Gier nach Erfolg umgehend spürbar. Bayern dominierte, Bayern brillierte - allen voran Jamal Musiala. Der Nationalspieler erzielte das 1:0 nach nicht mal einer Viertelstunde und bereitete die Tore von Stürmerstar-Neuzugang Sadio Mané und Abwehrmann Benjamin Pavard vor der Pause mit vor.

Eine «Augenweide» nannte Salihamidzic den erst 19 Jahre alten Musiala. «Der war schon Weltklasse», sagte Nagelsmann: «Wenn er so spielt wie heute, ist er nicht wegzudenken.»

Musiala oder Mané und Gnabry oder Sané, die in der zweiten Hälfte trafen, dazu ein Mathys Tel, der mit seinen 17 Jahren im Supercup noch nicht spielen durfte. Und noch ein paar mehr. Auf wen sollen die Bayern-Gegner bloß alles aufpassen? «Man hat gesehen, wie viele Möglichkeiten wir nach vorne hatten. Wie viel unterschiedliche Formationen wir hatten, wie überraschend wir sein können», betonte Kahn: «Wie viel gute Fußballer da sind. Wie viel Geschwindigkeit wir ins Spiel bringen können, durch viele, viele extrem schnelle Spieler.»

Immerhin: Weiter aufrüsten mit einer klassischen 9 wollen die Münchner in diesem Sommer nicht mehr. «Der Transfermarkt geht bis zum 31. August. Aber normalerweise haben wir unsere Planungen da abgeschlossen», sagte Salihamidzic.

Dass die Leipziger noch mal rankamen und für eine packende Schlussphase sorgten, war auch den Ermüdungserscheinungen und individuellen Nachlässigkeiten der Bayern geschuldet. Als es aber eng wurde, legten die Münchner doch noch mal entscheidend nach.

Bundesliga-Auftakt gegen Eintracht Frankfurt

Man habe schon Ansätze gesehen, «dass wir wirklich guten Fußball spielen können», sagte Salihamidzic, der sich nach seinem Platztausch von der Tribüne aus am Auftritt der Münchner unter anderem neben Vorstandsboss Kahn erfreute. «Es wird noch einige Wochen dauern, bis wir so einen richtigen Rhythmus bekommen», prophezeite Salihamidzic - die Konkurrenz dürfte es mit Schrecken vernehmen.

Bis zum Eröffnungsspiel der Bundesligasaison am kommenden Freitag gegen Europa-League-Gewinner Eintracht Frankfurt wollen sie nun «noch ein paar Körner sammeln», wie Nagelsmann ankündigte. Was das für die Rivalen heißt, die den nächsten Titelgewinn des Rekordchampions in der Spielzeit 2022/23 verhindern wollen, kann man sich nach diesem ersten Pflichtspielauftritt schon ganz gut vorstellen.

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