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Wir erklären Ihnen das 9-Euro-Ticket - und was es für Springe und Bad Münder bedeutet

Das 9-Euro-Ticket für den Nahverkehr soll drei Monate lang die Bürgerinnen und Bürger entlasten - und den Umstieg auf Bus und Bahn ankurbeln. Wir erklären, warum es das Ticket gibt, was es kann - und was es für Springe und Bad Münder bedeutet.

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Was ist das 9-Euro-Ticket?

Es handelt sich um ein vergünstigtes Nahverkehrsticket: Ab dem 1. Juni sollen alle Fahrgäste für 9 Euro pro Kalendermonat alle Nahverkehrsangebote - also Busse und Regionalzüge - in der zweiten Klasse nutzen. Das ganze gilt dann drei Monate lang - bis zum 31. August. Die Bundesregierung hatte sich Ende April auf die Einführung des Tickets geeinigt.

Es ist Teil des Entlastungspakets, das die Bundesregierung Ende April auf den Weg gebracht hatte, um auf die gestiegenen Preise durch den Ukraine-Krieg zu reagieren. Dazu gehören auch der höhere Arbeitnehmer-Pauschbetrag für die Steuererklärung, die höhere Pendlerpauschale (38 statt 35 Cent ab dem 21. Kilometer), eine einmalige Energiepreispauschale von 300 Euro über die Lohnabrechnung, ein einmaliger Kinderbonus von 300 Euro, Zusatz-Zahlungen für Leistungsempfänger (etwa Hartz IV).

Vom 9-Euro-Ticket erhofft sich der Bund aber auch Erkenntnisse darüber, wie man den Nahverkehr generell attraktiver machen kann - eine Art Schnupperangebot. Wegen des Zeitpunkts - über den Sommer - verweist der Bund wiederum auf das Entlastungspaket: Es gehe darum. den Bürgern schnell finanziell zu helfen.

Warum kostet das Ticket ausgerechnet 9 Euro?

Gute Frage. Die NDZ hat beim Bundesverkehrsministerium nachgehakt - doch ein Sprecher wusste auf darauf auch keine Antwort. Möglich, dass die Summe sich aus den Gesamtkosten ergeben hat: 2,5 Milliarden Euro will der Bund zur Verfügung stellen.

Warum ist das Ticket nicht einfach kostenlos? Dann würde man sich viel Aufwand sparen...

Aus Sicht des Verkehrsministeriums hätte eine kostenlose Variante "viele Nachteile", so der Sprecher: "Die Verkehrsunternehmen würden keinerlei Informationen über die zusätzlichen Nutzer erhalten." Der Bund werde in den 90 Tagen genau beobachten, welche Auswirkungen vergünstigte Tickets auf das Nutzerverhalten haben: "Die Ergebnisse werden in die weiteren Arbeiten einfließen, um den ÖPNV auch langfristig zu verbessern. "

Ich habe gelesen, dass es Ärger um das Ticket gab. Was war da los?

Das Vorhaben der Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP musste am Freitag vom Bundesrat, der Länderkammer, beschlossen werden - was dort auch geschah. Doch es gab im Vorfeld erbitterten Streit über die Finanzierung: Der Bund finanziert das Vorhaben, indem er den Ländern 2,5 Milliarden Euro zum Ausgleich der Einnahmeausfälle überweist – denen ist das aber zu wenig. Die Länder wollen, dass der Bund die Regionalisierungsmittel deutlich erhöht – das sind Gelder, die der Bund den Ländern jährlich zur Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs gibt.

Wo genau gilt das Ticket?

Das Ticket gilt deutschlandweit in Bussen und Bahnen im Nah- und Regionalverkehr - aber jeweils nur in der zweiten Klasse.

Benutzt werden können:

  • Linienbusse
  • S-Bahnen
  • Straßenbahnen
  • U-Bahnen
  • Regionalzüge
  • Fähren, sofern sie wie in Berlin oder Hamburg zum ÖPNV gehören

Ausgenommen ist der Fernverkehr der Deutschen Bahn: ICE, IC, EC-Züge. Aber auch Züge und Busse von Bahn-Konkurrent Flix sind außen vor. Dort hat man denn auch kein gutes Wort für die Aktion übrig:  „Im Sommer drohen überfüllte Züge in ganz Deutschland. Bei uns hat jeder einen Sitzplatz, kann bequem das Gepäck verstauen und muss nicht umsteigen – egal, ob man zur Arbeit, in den Urlaub oder zur Familie unterwegs ist“, wirbt André Schwämmlein, Chef von FlixTrain. Und: „Wenn man Menschen dauerhaft für nachhaltiges Reisen begeistern möchte, braucht man ein attraktives Angebot im öffentlichen Verkehr – keine kurzfristigen Rabattaktionen."

Darf ich auf dem 9-Euro-Ticket Kinder mitnehmen?

Nein. Die brauchen ein eigenes Ticket, sobald sie sechs Jahre alt sind. Darunter fahren sie ohnehin kostenlos.

Was ist mit Fahrrädern?

Nein, auch die sind nicht im Preis mit drin.

Werden die Züge nicht überlastet, wenn viele Leute das 9-Euro-Ticket nutzen?

Das will der Bund das Problem der Verkehrsunternehmen vor Ort sein lassen. Die Bundesländer hätten die bundesweite Nutzung gewünscht: "Der Bund geht davon aus, dass die Verkehre entsprechend organisiert werden", heißt es im Verkehrsministerium.

Was heißt das alles für mich in Springe? Oder in Bad Münder?

Das erklären wir hier für Springe - und hier für Bad Münder.

(mit dpa)

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