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Prozess um Tod von Ines K.: Gemeinsames Leben als Motiv?

LAUENAU/HILDESHEIM. Das Verfahren im Mordprozess gegen Uwe K. nähert sich dem Ende, am Dienstag haben die Beteiligten vor dem Landgericht Hildesheim ihre Plädoyers gehalten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Uwe K. und seine Ex-Geliebte Raffaela L. die Tat zusammen begangen haben.

Uwe K. werden von einem Justiz-Mitarbeiter die Handschellen abgenommen. Foto: Göttling

Oberstaatsanwalt Oliver Paul schlussfolgerte einen Mord aus niederen Beweggründen. Das Motiv: „Beide wollten Ines K. aus dem Weg räumen, um künftig miteinander leben zu können“, sagte Paul. Im Ergebnis baute die Staatsanwaltschaft ihre Begründung wesentlich auf das Blutspritzer-Gutachten und die abweichenden Angaben, die L. als Zeugin zu ihrem Standort gemacht hatte, von dem aus sie die Tat beobachtet haben will.

L. habe an der Feuerschutztür gestanden und den ersten Schlag ausgeführt, skizzierte Paul. K. habe hinter seiner Frau gestanden, den Fluchtweg abgeschnitten, und die wuchtigeren Hiebe ausgeführt. Paul wechselte in die Mehrzahl: „Sie“ hätten dann Müllbeutel, Expanderband und Karabiner genommen und Ines K. erdrosselt. Seiner Ansicht nach handelte es sich nicht um eine Spontantat.

Die Aussagen L.s seien von einem „sehr schweren Dilemma“ gekennzeichnet gewesen. Zunächst hätte sie Distanz zwischen sich und die Tat bringen, aber auch K. nicht belasten wollen. Als dieser schließlich im Bückeburger Verfahren sie belastete, habe sie ihre Taktik geändert. Dies sei aus Pauls Sicht der Grund für den „drastischen, spektakulären Aussagenwechsel“ gewesen (wir berichteten).

Dass sie zunächst aus Angst vor dem Angeklagten geschwiegen habe, wie sie in der Vernehmung angab, glaube er nicht. „Wenn mir hier eins deutlich geworden ist im Rahmen der Telefonüberwachung, dann, dass Raffaela L. keine Angst vor dem Angeklagten hatte“, so der Oberstaatsanwalt. Paul plädierte auf gemeinschaftlich begangenen Mord. Bezüglich des Strafrahmens gilt für K. das Verschlechterungsverbot – also der Strafrahmen von elf Jahren und sechs Monaten Haft.

Andreas Hüttl, Anwalt der Nebenklage, schloss sich in seinem Plädoyer wesentlich jenem der Staatsanwaltschaft an. Auf die Aussage L.s könne sich nicht gestützt werden. „Man hat wohl selten eine Zeugin über einen so langen Zeitraum so dreist lügen sehen“, befand Hüttl. Er schloss mit dem dringenden Appell, ein Strafverfahren gegen L. einzuleiten.

Verteidiger Christoph Hessel plädierte auf einen Freispruch seines Mandanten. Er belastet die Ex-Geliebte als Täterin. Ihr Motiv sei Liebe gewesen, unterstellte Hessel. Er glaube, dass L. Ines K. zusammen mit einem Dritten getötet habe. Alle Indizien, die K. belasten, würden seine Ex-Geliebte noch mehr belasten.

Hessel sei davon überzeugt, dass Ines K. im Zwischentrakt auf dem Weg ins Haus auf L. getroffen sei. L. habe Handschuhe getragen und ihre Handys ausgeschaltet – was auf eine geplante Tat hinweise.

Kurz nach der Tat habe K. gelogen mit der Aussage, der Caddy befinde sich in Reparatur. Diese Lüge schade ihm und nütze L., stellte Hessel fest. Er habe sein mögliches Alibi weggeschickt und gelogen, um L. zu decken. „Ein Momentversagen“, bescheinigte Hessel seinem Mandanten.

Hessel stellte infrage, dass K. die Tat geplant hätte, dann aber ohne Waffe und ohne Alibi ausgestattet einen Mord begehen würde. Er sehe zudem kein Motiv. Ines und Uwe K. hätten eine distanzierte Ehe geführt, es hätte aber eine friedliche Lösung für Firma und Tochter gefunden werden können, befand er bezogen auf Zeugenaussagen. Hessel mutmaßte, dass L. ihre Aussage in Bückeburg deshalb plötzlich änderte, weil sie vom Verhältnis K.s zu einer anderen Geliebten, die zwischenzeitlich ins Haus eingezogen war, erfahren habe.

Das letzte Wort hatte der Angeklagte: „Ich habe meine Frau nicht umgebracht“, schloss Uwe K.. Richter Peter Peschka spricht das Urteil am Freitag, 22. März, ab 9 Uhr im Landgericht Hildesheim. göt



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