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Darum verschwindet die EC-Karte mit Maestro-Funktion

Die sogenannte EC-Karte ist eine bei deutschen Verbrauchern besonders beliebte Art, bargeldlos zu bezahlen oder im In- und Ausland Geld an Geldautomaten abzuheben. Möglich wird das durch das Maestro-System des US-Anbieters Mastercard. Maestro soll ab Sommer 2023 auslaufen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

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Was plant Mastercard?

Der US-Gigant hat angekündigt, ab dem 1. Juli 2023 keine neuen Karten mit der Maestro-Funktion mehr ausgeben zu wollen. Diese Funktion ermöglicht es den Verbraucherinnen und Verbrauchern, nicht nur im In-, sondern auch im Ausland auf ihr Guthaben zugreifen zu können. Mastercard hat diese Funktion rund 30 Jahre lang angeboten.

Warum erfolgt dieser Schritt?

Mastercard selbst begründet die Veränderung mit der stetig wachsenden Bedeutung des Onlinehandels. Für diesen sei der Einsatz der Girokarte nicht durchgängig möglich. Zudem, so das US-Unternehmen, sei die Zahl der von Mastercard ausgegebenen Girokarten in den vergangenen fünf Jahren deutlich zurückgegangen.

Was bedeutet dies für Girocard-Besitzer in Springe und Bad Münder?

Karten, die noch in Umlauf sind, behalten ihre Gültigkeit und können eingesetzt werden. Aber es gibt ab Juli 2023 keine neuen mehr. Kunden sollten zudem nicht in Panik verfallen, rät David Riechmann, Finanzexperte der Verbraucherberatung NRW. „Viele Karten, die jetzt noch herausgegeben werden, haben noch das Maestro-Symbol“, sagt Riechmann. Diese könne man in jedem Fall noch bis zum Ende ihrer Gültigkeit nutzen, längstens also bis ins Jahr 2027.

Wie verändert sich der Sektor der Bankkarten?

Aktuell drücken Direktbanken wie ING, DKB oder Comdirekt zahlreiche neue Debitkarten auf den Markt. „Sie wollen damit Marktanteile gewinnen und setzen so die anderen Banken unter Druck“, erläutert Riechmann. Diese sollen sowohl das Einkaufen im Einzelhandel als auch Geschäfte im Onlinehandel ermöglichen.

Was tun andere Geldhäuser?

Für Kunden der Volksbank Hameln-Stadthagen und der Volksbank Hildesheim ändert sich nach dem Maestro-Aus nichts. Beide Banken geben seit Jahren keine Karten mit Maestro-Funktion mehr aus, Girocards gibt es standardmäßig nur noch mit dem Co-Branding „V Pay“ des US-Unternehmens Visa, teilt Patrick Eschert, Sprecher der Volksbank Hameln-Stadthagen, mit. „Nur auf ausdrücklichen Wunsch einzelner Kunden haben wir Girocards mit Maestro-Co-Branding bestellt“, sagt Eschert.

Was ist der Unterschied zwischen V Pay und Maestro?

Der wesentliche Unterschied zwischen V Pay und Maestro ist die Akzeptanz im außereuropäischen Ausland. Während Maestro nahezu weltweit akzeptiert wird, kann V Pay nur in Europa genutzt werden.

„Wir haben uns damals für den Tausch des Co-Brandings entschieden, weil es den Sicherheitsstandard durch die eingesetzte Technologie deutlich erhöht hat. Verfügungen von ausgespähten Kartendaten wurden in der Regel im außereuropäischen Ausland getätigt“, begründet Patrick Eschert die Entscheidung der Volksbank Hameln-Stadthagen.

Debitkarte oder doch Kreditkarte?

Für den internationalen Einsatz sind Eschert zufolge Kreditkarten die bessere Wahl. Grund ist die größere Akzeptanz im Ausland und die inkludierten Zusatzleistungen wie beispielsweise Versicherungspakete für Reisen. (kcg, mt)

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