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Neues Rentier-Projekt im Wisentgehege

SPRINGE. Im Wisentgehege ist ab sofort immer Weihnachten – zumindest im neuen Rentier-Camp, das jetzt eröffnet wurde. Mit Axel Winter hat sich Gehegeleiter Thomas Hennig einen Fachmann in den Tierpark geholt.

Rentier Lars ist startklar: Umweltpädagoge Axel Winter eröffnet das neue Rentier-Camp im Wisentgehege. FOTO: HELMBRECHT
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

„Bis jetzt haben die Rentiere bei uns ein Schattendasein geführt. Jetzt rücken wir sie ins Rampenlicht“, sagt Hennig. Vor einigen Monaten stand für den Leiter fest: Entweder mit den Rentieren aufzuhören oder etwas Anderes zu machen. „Wir haben das, was die Tiere bieten, lange Zeit nicht genutzt.“ Mit eigenen Mitarbeitern das Projekt zu betreuen, sei aber nicht umsetzbar gewesen. Daher ist Winter jetzt auf vertraglicher Basis für ein Jahr beschäftigt – als Kooperationspartner.

Winter ist ausgebildeter Trekking-Guide und Wildnisführer. Im Rahmen seines Projektes „Dog and Trail“ begleitet er Gruppen und Einzelpersonen in die Wildnis. Zudem leitet der Umwelt- und Erlebnispädagoge eine Wildnisschule, in der zahlreiche Seminar in der Natur angeboten werden.

Ziel des neuen Rentier-Camps ist es, dass vor allem Kinder und Jugendliche ihr Interesse für die Natur und Umwelt zurückzugewinnen. „Wenn ich in der stillen Weite der Natur bin und über die Ferne der Gipfel schaue, dabei nicht eine Spur der Zivilisation sehe, fühle ich mich Zuhause“, sagt Winter. Und dieses Gefühl der Freiheit will er jedem Besucher vermitteln.

Im Sommer 2017 bekam Winter zahlreiche Rentiere, als ein Halter aus wirtschaftlichen Gründen seine gesamte Herde aufgab. 15 Rentiere soll es jetzt im Wisentgehege geben. Was viele nicht wissen: Das Rentier war bis zur Eiszeit noch in der Gegend heimisch. Und: Sie sind die einzige domestizierte Hirschart weltweit.

Im Rahmen des neuen Projektes können Besucher die Rentiere hautnah erleben, dürfen sie streicheln – oder sogar mit ihnen durch das Wisentgehege laufen. Auf der Sika-Wiese sind zwei finnische Spitzzelte aufgebaut, sogenannte Lavvus. In diesen altertümlichen, skanidanivischen Zelten erfahren die Besucher Wissenswertes zu dem Tier und zum Leben der Sami, einem indigenen Volk im Norden Fennoskandinaviens.

Zudem gibt Winter Kurse zum Messerbau und Wildnis-Skills. Besucher können außerdem in dem Lager übernachten. Ganzjährig werden Präsentationen angeboten. „Man ist ganz nah an den Tieren dran, und dazu eignen sie sich gut, weil die sehr gelassen und ruhig sind.“

„Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder die Erfahrung gemacht, dass die Interaktion mit den Tieren einen höheren Stellenwert haben“, ergänzt Hennig. Besonders auf dieses Zusammenspiel zwischen Mensch und Tier ziele das Projekt vor. Auch ein Rentier-Führerschein soll angeboten werden, sagt Hennig.

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