weather-image

Wann sollte man sich absichern?

Sterbegeldversicherung: Teuer erkauft oder sinnvoll – es kommt unter anderem auf das Alter an, meinen Experten.

cemetery-2246071_1920

Die trauernde Familie soll nicht auch noch eine teure Beerdigung bezahlen müssen, so der Gedanke vieler älterer Menschen. Schon eine einfache Bestattung kostet in der Regel mehrere Tausend Euro. Hier setzt die Sterbegeldversicherung an: Der Versicherte zahlt monatliche Beiträge, und die Familie erhält im Todesfall die vereinbarte Versicherungssumme. Diese liegt laut der Verbraucherzentrale Hamburg meist zwischen 6000 und 8000 Euro.

„Einige hinterlegen bereits die Sterbegeldversicherung bei einem Bestattungsunternehmen“, weiß Kerstin Becker-Eiselen, als Abteilungsleiterin der Verbraucherzentrale zuständig für Versicherungen. „Der Hinterbliebene muss sich dann nur dort melden, und alles Weitere ist geregelt.“ Ähnlich funktioniert ein Bestattungsvorsorgevertrag direkt beim Wunschbestatter.

Experten kritisieren  „Spiel mit der Angst“

Der monatliche Beitrag ist individuell und richtet sich nach verschiedenen Faktoren. Da ist zum einen die Höhe der gewünschten Auszahlungssumme und die Einzahlungsdauer, zum Beispiel 20 Jahre. Entscheidend ist auch das Einstiegsalter. Je älter man ist, desto mehr zahlt man. „Ein Teil ist der Sparvertrag und ein Teil der Risikobeitrag. Sinn ist ja, dass zu jedem Todeszeitpunkt die volle Summe ausgezahlt wird“, argumentiert Holger Rohde, wissenschaftlicher Leiter für Versicherungen und Recht bei der Stiftung Warentest.

Wer bei Vertragsabschluss jünger und bei guter Gesundheit ist, zahlt zwar geringere Beiträge. Allerdings haben vor allem Senioren das Thema Sterbegeldversicherung im Blick. „Es ist ein Spiel mit der Angst“, kritisiert Becker-Eiselen. „Viele Vereine und Verbände haben Kooperationen mit Versicherungsunternehmen und bieten diese Versicherungen Älteren an, deren Daten sie besitzen.“

Alexander Helbach von der Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas in Königswinter findet eine Sterbegeldversicherung sinnvoll „für jemanden, der wissen will, dass mit den Finanzen für die Bestattung alles geregelt ist, und der nicht auf einen Schlag eine größere Summe auf die Seite legen kann“.

Ältere Menschen bekämen kaum noch eine Risikolebensversicherung, gibt Helbach zu bedenken. Auch jungen Leuten müsse klar sein, dass diese eine begrenzte Laufzeit hat. „Das ist der Vorteil der Sterbegeldversicherung: Das Kapital wird in jedem Fall ausgezahlt.“ Als Geldanlage sei diese Versicherung zwar ungeeignet, erklärt auch Helbach. Aber der Sicherheitsaspekt sei nicht zu unterschätzen. Rnd

 

Tipp

Sterbegeldversicherung abschließen oder besser nicht? Experten raten nicht grundsätzlich von einer entsprechenden Bestattungsvorsorge ab, empfehlen aber ausdrücklich Alternativen. Jüngeren Leuten etwa wird tendenziell eher zu einer Risikolebensversicherung geraten als zu einer Sterbegeldversicherung. „Wer noch eine Risikolebensversicherung bekommt, weil er gesund und fit ist, sollte diese abschließen“, empfiehlt Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale Hamburg.



Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt