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Die Smartphone-Regeln der KGS Bad Münder

BAD MÜNDER.Hinter der Eingangstür zur Kooperativen Gesamtschule müssen Handys stumm bleiben. „Das haben alle unsere Gremien gemeinschaftlich so beschlossen“, erklärt die KGS-Schulleiterin Malihe Papastefanou. Was, wenn sich Schüler nicht dran halten?

Wenn es ins Gebäude geht, muss das Handy aus: Caja (14, links) und Constantina (14) vor der KGS in Bad Münder. FOTO: HUPPERT

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Christoph Huppert Reporter

Dann wird das Handy einkassiert und erst nach Schulschluss herausgegeben, im Wiederholungsfall sogar erst um 15.30 Uhr – und beim dritten Mal werden die Eltern einbestellt.

„Wir wollen mit einem von uns entwickelten Medienkonzept zum einen den Umgang mit den digitalen Medien vermitteln, zum anderen aber auch auf die Gefahren, die damit verbunden sind, hinweisen“, sagt die Schulleiterin.

Papastefanou und ihre Kollegen wissen, dass Schüler sich oft der Sicherheitsrisiken nicht bewusst sind. „Sie spielen mitunter perfekt auf der Klaviatur, verstehen aber die Komposition nicht“, verdeutlicht Papastefanou.

Während die Meinung der Schüler zum Handyverbot in der Schule gespalten ist, befürworten die meisten Eltern die Haltung der Schule. Dennoch seien auch von denen viele „ratlos, wie viel Kontrolle beispielsweise ihre Kinder brauchen“, berichtet die Schulleiterin. Ein Handy gehöre heutzutage oft schon ab der sechsten Klasse zur Grundausstattung. „Viele bringen das zu uns mit, und das wird besonders bei den Kleinen zum Problem“, weiß die Pädagogin. Vor allem in „WhatsApp“-Gruppen gehe es klassenweise oft heftig zur Sache. „Mobbing ist durchaus ein Thema“, beklagt Papastefanou. Doch dem gehe man massiv und entschieden auch außerhalb der Schule nach.

Während sich Facebook und Twitter bei den Schülern offensichtlich schon wieder im Abschwung befänden, seien WhatsApp und vor allen die bei Jugendlichen Werte setzenden „YouTube“-Stars ein pädagogisches Problem. „Hier müssen wir immer wieder aufklären, etwa darüber, welchen Wahrheitsgehalt Internetquellen haben und darüber, dass das Netz nichts vergisst.“

Auch im Unterricht selbst kommt der Computer zum Einsatz. Die KGS verfügt derzeit über zwei voll ausgestattete Räume mit Whiteboards und Internetanschlüssen. „Allerdings ohne eine spezielle Jugendschutzsoftware“, so Papastefanou. „Der Unterrichtende kann von vorne alle Bildschirme übersehen und sofort eingreifen, wenn etwas Unerwünschtes passiert.“

Medienpädagogische Erziehung sei wichtiger denn je; die Risiken im Internet seien kaum abzuschätzen. „Viele Schüler gehen da zu unbedarft ran“, so die Erfahrung der Schulleiterin. Das Thema ist zwar fachübergreifend Gegenstand im Unterricht, „aber wir sind trotzdem noch nicht da, wo wir sein wollen.“ Die Fort- und Weiterbildungen seien angesichts der rasanten technischen Entwicklung „noch nicht schnell genug“, bemängelt die Schulleiterin: „Es ist eine glitzernde und glänzende Welt voller scheinbar toller Möglichkeiten und leider reden wir manchmal gegen Windmühlenflügel...“

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