weather-image

Brandschutz-Interview: Die Gefahr ist immer da

Wie kann man sich vor einem Brand in den eigenen vier Wänden schützen? Peter Köller war viele Jahre stellvertretender Stadt- und Ortsbrandmeister in Bad Münder. Heute leitet der 59-Jährige eine Sicherheitsfirma in Ronnenberg.

Reste eines Wohnungsfeuers: ein von Hitze und Flammen beschädigtes Brillengestell. FOTO: AKTION „RAUCHMELDER RETTEN LEBEN“

Herr Köller, wie sieht die optimale Brandschutzausrüstung für zuhause aus?

Zuerst natürlich zugelassene Rauchwarnmelder, eventuell ein Feuerlöscher, in der Küche eine Feuerlöschdecke, auch Gas-Sensoren sind denkbar. Dann eine spezielle Sicherung wichtiger Unterlagen, bei größeren Häusern eine Fluchtwegplanung und natürlich ein Überspannungs- und Blitzschutz.

Wo sollte ich denn überall Rauchmelder installieren?

Die müssen in Wohn- und Schlafräumen, in Kinderzimmern und auch in Fluren vorhanden sein. Ich würde auch welche in Treppenräumen, Heizungskellern und Räumen mit vielen Elektrogeräten und Stromverteilern installieren.

Wenn ich aus dem Haus oder der Wohnung gehe, worauf sollte ich achten?

Ist der Herd aus? Sind nicht benötigte Elektrogeräte ausgeschaltet? Also zum Beispiel Lichterketten zu Weihnachten, Geschirrspüler, Waschmaschine. Und man sollte auch nachschauen, ob der Kamin aus ist. Das ist wichtig.

Sind Kamine denn generell eine Gefahrenquelle?

Nein. Eine besondere oder erhöhte Gefahr besteht hier nicht. Es muss allerdings immer auf genügend Sauerstoff im Raum geachtet werden. Und es sollten keine entzündlichen Gegenstände in der unmittelbaren Nähe des Kamins liegen. Und: Der Kamin sollte nur unter Aufsicht brennen.

Eine regelmäßige Überprüfung durch den Schornsteinfegermeister ist ohnehin vorgeschrieben.

Worauf muss man in der Küche grundsätzlich achten?

Auf keine besondere Gefahr erst einmal. Natürlich können theoretisch überall durch Maschinen, aber auch durch uns selbst, Fehler auftreten.

Im Ernstfall gilt allerdings: Bei bei einem Küchenbrand sollte auf das richtige Löschmittel geachtet werden. Keinesfalls darf man einen Fettbrand in der Pfanne mit Wasser löschen! Und natürlich sollte neben einem Weihnachtsbaum mit echten Kerzen immer ein Eimer mit Wasser stehen – egal, ob das in der Wohnküche ist oder in einem anderen Raum.

Was ist denn mit Computern, Kabeln und Akku-Aufladestationen?

Die spielen bei der Brandgefahr natürlich immer eine besondere Rolle. Gerade, wenn Computer und Router 24 Stunden am Tag angeschaltet sind. Da kann ein Defekt leicht zu einem Brand führen.

Was kann ich denn als älterer oder alleinlebender Bürger tun, um für mich die Gefahr zu minimieren?

Da gibt es die Möglichkeit, eine Feuermeldung – oder auch einen Gasalarm – von bestimmten Rauchwarnmeldern mit entsprechenden Geräten an eine Notrufzentrale weiterleiten zu lassen. Die kann dann wiederum die Feuerwehr oder auch die Nachbarn über Telefon informieren.

Ansonsten rufe ich die 112 an?

Richtig. Im Brandfall gilt für alle, die dazu in der Lage sind: andere Personen warnen und eventuell in Sicherheit bringen, Tiere retten und die Feuerwehr über die 112 alarmieren. Genau sagen, wo und was passiert ist und wer sie sind. Wichtig ist: melden, ob Personen in Gefahr sind.

Die eigene Gesundheit nicht durch eigenmächtige Löschversuche gefährden. Bitte die Feuerwehr bei Eintreffen auch auf besondere Gefahren hinweisen, zum Beispiel auf Gasflaschen, die im Brandbereich gelagert sind.

Wer trägt bei einem Brand eigentlich das finanzielle Risiko?
Natürlich jeder erst einmal selber. Versicherungen können den Schaden zwar mildern, aber gerade viele persönliche Dinge kann auch eine Versicherung natürlich nicht ersetzen. Deshalb gilt: Vorbeugen ist immer eine sehr gute Sache.

Kann ich selbst auch noch in die Feuerwehr eintreten?

Klar, das ist immer eine gute Idee. Auch wenn Sie für einen aktiven Dienst schon zu alt sind, so sollte man dennoch auch als förderndes Mitglied dabei sein.Interview:

Christoph Huppert

Weiterführende Artikel
    Kommentare