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Bessere Technik fürs sichere Haus

Ungebetene Gäste sind ein Albtraum – vor allem, wenn es sich dabei um Einbrecher handelt: Das Eindringen in die privaten Räumlichkeiten und der Diebstahl von Wertsachen oder Erinnerungsstücken lässt viele Opfer traumatisiert zurück. Das Gefühl, in den eigenen vier Wänden sicher zu sein, geht verloren. Was kann helfen?

Foto: Szabo

Autor:

PATRICIA SZABO

Michael Förster, Inhaber von „Scholz & Pistorius“ in Springe, weiß, wie man sein Haus schützen kann. Um den Dieben ihr Handwerk schwer zu machen, setzt er auf ein sicheres Zuhause und einen effektiven Einbruchschutz, denn: Je mehr Zeit ein Einbrecher benötigt, um sich Zugang über eine Tür oder ein Fenster zu verschaffen, desto größer ist für ihn das Risiko, entdeckt zu werden.

Illusionen will er bei allen technischen Möglichkeiten nicht wecken: Kein Schloss ist unüberwindbar. „Selbst die neusten Systeme sind lediglich einbruchhemmend“, erklärt Förster. Jedoch ließen Einbrecher in der Regel wieder ab, wenn sich die Türen nicht innerhalb von kürzester Zeit öffnen lassen. Bei einem Standardschloss muss der Einbrecher kein Profi sein, um sich schnell den Zugang ins Haus zu verschaffen. Doch dauert das Aufbrechen zu lange, gibt der Langfinger irgendwann auf. Genau darauf zielen viele moderne Einbruchschutzmaßnahmen ab, die jeder einzelne einsetzen kann.

Wer sie nicht hat, bei dem gilt: Ein bisschen Geschicklichkeit, ein bisschen Kraft und der Weg ins Haus ist frei. Und nicht nur das gilt es zu beachten: Diebe nutzen Fehler. Ein häufiger ist, die Tür nur hinter sich zuzuziehen, anstatt richtig abzuschließen. Oft sind es aber auch die ungesicherten Kellerfenster, die einen leichten Einstieg ins Haus ermöglichen. „Am besten schützt in diesem Fall ein festes Gitter vor Fenstern und Lichtschächten“, sagt Förster. Auch Fenster mit Sicherheitsglas hält der Tischlermeister für sinnvoll. Diese werden auch von der Kripo empfohlen. Entscheidend hierbei ist ein fachgerechter Einbau. Erst dann können einbruchhemmende Eigenschaften gewährleistet werden. Was viele nicht wüssten, so Förster: Zahlreiche Versicherungsunternehmen möchten Nachweise darüber, ob ein Haus einbruchssicher ist. Die Versicherungsprämie richte sich auch nach den Sicherheitsstandards.

Es spreche also Vieles dafür in den Einbruchschutz zu investieren. Nicht zuletzt hilft auch der Staat in Form von Zuschüssen der KfW-Bank. „Die gibt es bereits ab einem Warenwert von 500 Euro“, so Förster. Förderfähig seien sowohl Materialkosten als auch Handwerksleistungen.

Doch auch hier gibt es bestimmte Vorschriften: Voraussetzung für die Förderung ist die Durchführung durch einen qualifizierten und zertifizierten Fachhandwerker. Diese kooperieren mit der Kriminalpolizei, haben eine Zulassung und sind auch dort gelistet. Von Billigteilen, die man immer wieder bei Discountern kaufen könne, rät Förster dringend ab: „Die Produkte täuschen die Sicherheit nur vor und sind oft nicht VDS-zertifiziert“.

Wichtigste Tipps des Fachmanns für Wohnungstüren und Fenster: Es gibt auch hier bauliche Maßnahmen, die die Einbrecher von vorneherein abschrecken. An der Haustür bietet sich ein Sicherheitsbeschlag mit Ziehschutz an. Dieser hat nur einen kleinen Schlitz. Das macht das Anbohren des Zylinders fast unmöglich. Für eine Wohnungstür rät Förster zu einem, Panzerriegel, der fest mit dem Mauerwerk verbunden ist „Ungesicherte Wohnungstüren kann ein Dieb leicht aufhebeln, deswegen ist ein Panzerriegelschloss eine sehr gute Lösung“, erklärt er.

Für Türen und Fenster empfiehlt Förster ganz besonders die Beschläge ab der Widerstandsklasse RC2: Sie böten einen guten Einbruchsschutz, weil sichergestellt werde, dass die Gesamtkonstruktion keinen Schwachpunkt hat.

Ältere Fenster könnten zwar nachgerüstet werden, doch das gilt nicht für alle Modelle.

Grundsätzlich nicht empfehlenswert seien Holzfenster, sagt Förster, weil das Material zu schwach ist: „Mit einem guten Fenster und einer soliden Haustür ist man meistens schon sehr gut aufgestellt.“

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