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Landtagskandidaten im Portrait / Heute: Tobias Berger (FDP)

Tobias Berger: „Ich bin ein Workaholic“

SPRINGE. Es war nicht von Anfang an sein Ziel, sich um ein Mandat zu bewerben, sagt Landtagskandidat Tobias Berger (FDP). Doch dann ging alles ganz schnell: Habe er sich bei der Kommunalwahl noch bewusst im Hintergrund gehalten, geht der 30-Jährige jetzt in die Offensive.

Tobias Berger (FDP) will im Landtag nicht nur die beitragsfreie Kita auf den Weg bringen, sondern auch das Thema Sicherheit angehen.
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Berger ist in Springe verwurzelt, wohnt mit seiner Freundin in Mittelrode und hat sich mit gerade einmal 20 Jahren selbstständig gemacht: Er betreibt eine Agentur in der Versicherungsbranche. Und fühlt sich am Deister heimisch: „Was ich hier schätze: Dass wir in einer der schönsten Gegenden haben und alles haben, was wir brauchen“, sagt Berger, der erst seit 2015 Mitglied in der FDP ist.

Er ist nicht nur Schriftführer im Ortsverband, sondern auch im Regions- und Landesverband „Junge Liberale“ aktiv, vor allem im Bereich Social Media. So habe er sich immer weiter in Richtung Landtag orientiert, Kontakte geknüpft und ein Netzwerk aufgebaut, sagt Berger. Seine Bewerbung für ein Mandat sei daher irgendwann naheliegend gewesen.

Die Chancen, dass er den Wahlkreis gewinnt, sind gering. Trotzdem hat er sich klare Ziele gesetzt – und sich unter anderem das Thema Bildung auf die Fahnen geschrieben. „Ich sehe direkt hier vor Ort, wie Schulgebäude verfallen oder Unterricht ausfällt. Das Land sollte da mehr eingreifen“, sagt Berger. Und denkt etwa an die Baustelle Otto-Hahn-Gymnasium. Gleichzeitig müsse aber auch für eine bessere Ausstattung der Schulen gesorgt werden, vor allem in Sachen Digitalisierung. „Ich habe PCs gesehen, die älter als die Schüler sind.“ Mit Vorsicht zu genießen seien hingegen die I-Pad-Klassen, die es in Springe etwa an der IGS gibt. „Das Geld darf da bei den Schülern nicht entscheidend sein, sondern das Land muss für die Ausstattung aufkommen.“

Zudem will er sich für eine beitragsfreie Kita einsetzen. Ihn wurmt, dass SPD und Grüne das Thema erst nach der Wahl umsetzen wollen: „Dabei hätten Familien schon längst davon profitieren sollen.“

Sein drittes Steckenpferd: das Thema Sicherheit und Recht. „Wir haben in Niedersachsen sehr viele Gesetze, die leider nicht richtig oder gar nicht angewendet werden“, kritisiert er. Er will aussortieren und prüfen, welche Gesetze noch hilfreich seien. Um diese dann auch anzuwenden, brauche Niedersachsen mehr Richter und Polizisten, letztere seien zunehmend überfordert, weil es zu wenige Kräfte gebe. „Wir müssen Polizisten einstellen, den Einstieg in den Kriminaldienst erleichtern, Bürokratie verringern und Ausstattung verbessern.“

Wenn ihn ein Thema interessiert, setzt er sich abends an seinen Computer und recherchiert. Häufig werde er von Springern auf bestimmte Dinge angesprochen. Und dann bleibe er auch hartnäckig. So habe er zum Beispiel über die Partei Anträge eingebracht, die ihren Weg in den Landtag gefunden hätten. „Der letzte Schritt ist eigentlich nur noch das Mandat.“ Wenn er das bekäme, wolle er sein Büro trotzdem nicht aufgeben. „Ich bin Workaholic, ich brauche das, ich tue lieber etwas, als nur vor dem Fernseher zu sitzen“, sagt der 30-Jährige. Die Selbstständigkeit und die Arbeit im Landtag würden einander nicht ausschließen: Mir macht Politik Spaß.“

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