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SPD plant Themen-Offensive

SPRINGE. Die Bilanz, die Springes SPD-Chef Eberhard Brezski nach der Kommunalwahl im September zieht, ist Eingeständnis und Kampfansage zugleich: „Wir hatten schlechte Voraussetzungen – dafür haben wir aber sehr gut aufgeholt“.

Entwickeln gemeinsam mit den Mitgliedern neue Ideen: Springes SPD-Vorstandsteam Eberhard Brezski (von links) und seine Stellvertreter Bastian Reinhardt und Rene Bennecke. FOTO: MISCHER
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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Mit den schlechten Voraussetzungen meint er in erster Linie die politische Großwetterlage, die von Hannover durch das Krankenhausthema getrübt gewesen sei. Allerdings hätten die Kandidaten auf den heimischen Spitzenplätzen „sehr gut Stimmen gezogen“. Allein in der Breite habe man nicht so gut abschneiden können, wie die CDU. Tatsächlich hat die SPD im Rat zwei Sitze verloren. Brezski „Daran müssen wir arbeiten.“

Diesen Arbeitsauftrag nahmen 33 Genossen während der Mitgliederversammlung des SPD Ortsvereins Springe in der Gaststätte Krügers in Gestorf am Freitagabend wörtlich.

Und mit der Ursachenanalyse taten sich die Genossen nicht schwer. Detlev Herzig etwa machte auch „die Bundesstimmung“ aus, die das kommunale Ergebnis „überlagert habe“. Wolfgang Klemmt meint, dass der Wahlkampf der SPD „zu harmlos“ gewesen sei. Er vermisst die Bereitschaft, auch mal für die eigene Position „auf den Tisch zu schlagen“.

Rudolf Bennecke betrachtet es als Problem, dass die SPD „nicht mehr in Vereinen präsent ist“. Gerade gegen rechte Parolen sei es wichtig, dass jemand „richtig dagegen“ halte. Bennecke: „Wir können die besten Programme haben – aber wir müssen an der Basis auch dafür werben und Stimmung für die SPD machen.“

Ursel Postrach schlug vor, sonnabends oder sonntags einen Frühschoppen anzubieten. Die Idee: Damit könne es besser gelingen, junge Leute zu mobilisieren. Dieser Zeitpunkt ist ihrer Meinung nach jedenfalls attraktiver, um diese Zielgruppe zu erreichen, als ein Wahlstand auf dem Wochenmarkt.

Brezskis Bilanz: Bei der jüngsten Wahl sei „zu viel auf zu wenig Personen konzentriert“ gewesen. Deshalb wollen die heimischen Sozialdemokraten nun ein „Aktionsprogramm“ starten, aus dem „konkrete Anträge“ aus der Feder der Basis erwachsen. Gestellt werden sollen sie im ersten Halbjahr – im Rat und in Parteigremien. Den gerade neugegründeten Jungsozialisten soll dabei eine besondere Rolle zukommen. Brezski: „Bringt euch aktiv ein, es geht um eure Anliegen“. Die Offensive beschränkt sich nicht auf kommunalpolitische Anliegen.

Detlev Herzig regte an, dass zwei Anträge zu bundespolitischen Themen ausgearbeitet werden. Herzig: „Es ist wichtig, dass die Partei die Sorgen und Nöte der kleinen Leute vor Ort wieder stärker aufgreift.“ Deshalb wünscht er sich, dass sich die Springer SPD in einem Antrag programmatisch mit dem Thema soziale Ungleichheit befasst. Dafür gab‘s Applaus von den Anwesenden. Auch das Thema Kita-Kosten soll auf die Agenda. Die Genossen wollen sich während ihrer nächsten Treffen damit befassen.

Die nächste Sitzung der SPD Springe findet am 17. Februar statt. Dann sollen sich die heimischen Bewerber der Partei für die Landtagswahl 2018 vorstellen.

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