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Petra Joumaah aus Bad Münder: Mit langem Atem zum Erfolg

BAD MÜNDER. Fast fünf Jahre – so lange ist es her, dass aus der münderschen Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah die Ortsbürgermeisterin und Landtagsabgeordnete Petra Joumaah wurde. „Die Zeit ist wahnsinnig schnell vergangen. Ich kann mir manchmal gar nicht vorstellen, dass die fünf Jahre schon um sind“, sagt sie.

Will am 15. Oktober wieder in den Landtag einziehen: Die CDU-Kandidatin Petra Joumaah aus Bad Münder. Foto: Rathmann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Dabei gibt es derzeit genug Momente, zurückzublicken. Joumaah will erneut für die CDU in den Niedersächsischen Landtag einziehen und das möglichst über das Direktmandat. So wie 2013, als sie am Wahlabend ihrem Mann, ihren Kindern, ihren Parteifreunden in einem münderschen Restaurant in die Arme fiel und einen Moment lang den Sieg kaum fassen konnte.

Doch schnell wurde sie wieder auf den Boden zurückgeholt: „In der ersten Zeit hat man als neue Abgeordnete eine ganz intensive Lehrzeit. Das fängt bei ganz banalen Dingen an: Wie funktioniert Landtagsarbeit? Wie lernt man schnell die ganzen Mitarbeiter des Landtages, der Ministerien kennen? Als Mitglied der Opposition ist das noch schwieriger.“ Irgendwann aber sei sie „voll drin“ gewesen, habe sich richtig einbringen können, zusätzliche Funktionen übernommen.

Als frauenpolitische und migrationspolitische Sprecherin vertrat sie ihre  Fraktion. Und beide Bereiche gewannen im Laufe der Wahlperiode zunehmend an Bedeutung. Für den heimischen Wahlkreis aber, da ist sich Joumaah sicher, seien nahezu alle Bereiche wichtig. „Vielleicht Häfen und Schifffahrt etwas weniger, dafür aber Digitalisierung mehr. Alle Bereiche sind davon betroffen – selbst die Landwirtschaft, selbst die Medizin.“ Ihre Schwerpunkte sieht sie aber auch weiterhin in den Bereichen Frauen, Migration, Gesundheit. Dabei habe ihr in den vergangenen Jahren die Erfahrung geholfen, die sie in mehr als 25 Jahren in der Sozialraum AG in Bad Münder gesammelt hat.

Einflussmöglichkeiten als Landtagsabgeordnete für den Landkreis sieht Joumaah insbesondere in der Bildung. „Wir haben hier im Wahlkreis – nicht in Bad Münder, aber in anderen Bereichen – dramatische Situationen. Wir haben im Moment teilweise nur 75 Prozent Unterrichtsversorgung an berufsbildenden Schulen. Aber auch die Situation an anderen Schulen ist teilweise nicht viel besser.“ Auch die Gesundheitsversorgung in der Fläche, die ärztliche Versorgung ebenso wie den bereits akut vorhandenen Pflegenotstand, sieht sie als weitere vordringliche Themen.

Als außerordentlich wichtig für ihre politische Arbeit im Landtag ordnet sie ihre Vernetzung im Wahlkreis ein. „Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass ein guter Abgeordneter im Landtag kommunalpolitisch irgend ein Amt haben muss.“ Joumaah mangelt es daran nicht: Als Ortsbürgermeisterin, Ausschussvorsitzende und Ratsfrau ist sie in Bad Münder aktiv. „Der Kontakt, den man dadurch zu den Menschen, ihren Sorgen und auch ihren Ängsten hat, den kann man nur halten, wenn man vor Ort tätig ist.“ Das sei viel Arbeit, aber es sei zu schaffen. Die Zeit für kurze Erholungspausen nimmt sie sich ab und zu einfach. Ihr Rezept für das schnelle Aufladen des Energiespeichers? „Etwas bequemes anziehen, gerne auch die ausgeleierte Jogginghose. Dann mit einem Buch in den Ohrensessel im Wintergarten – und spätestens nach der dritten Seite bin ich sanft eingeschlafen.“ Und da sie sich kennt und häufig noch spätere Termine drängen, gibt es vorher immer noch eine Bitte an ihren Mann: „Ich muss spätestens in 20 Minuten aus diesem Sessel entfernt werden. Unbedingt.“

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