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Landtagswahl: Kerstin Liebelt (SPD) im Porträt

SPRINGE. Seit 2001 sitzt sie in der Regionsversammlung – nun möchte Kerstin Liebelt (SPD) auch für Springe in den Landtag einziehen. Es wäre die Krönung einer schnellen politischen Karriere: Erst im Jahr 2000 war die Mutter zweier Töchter überhaupt in die SPD eingetreten.

Im Wahlkampf: Kerstin Liebelt beim Kinderfest der SPD in Völksen.
Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

„Als meine Töchter älter waren, da war mir klar, dass ich mich politisch engagieren möchte“, blickt die 55-Jährige zurück. Und dann so ein Einstieg: 2001 wird Liebelt in die Regionsversammlung gewählt, in der sie bis heute sitzt – und in den Hemminger Rat, dessen Vorsitz sie seit 2004 auch innehat. Seit 2014 ist sie außerdem SPD-Vorsitzende in ihrem Wohnort.

Warum darf es nun auch der Landtag sein? „Ich möchte mich für Menschen einsetzen, die sich selbst nicht engagieren“, sagt Liebelt. Und Engagement, das gehört für sie schon immer dazu. Als langjährige Jugendwartin im Hockey-Verein ihrer Tochter, im Kindergarten, als ehrenamtliche Richterin im Sozialgericht seit mittlerweile 14 Jahren. „Bei solch einer Tätigkeit wird man wieder geerdet“, sagt Liebelt. Sie hat Volkswirtschaft studiert und arbeitet in der Personalentwicklung des Awo-Bezirksverbandes Hannover.

Politisch möchte sich besonders im Pflege- und Erziehungssektor etwas verändern: „Als Erzieher etwa bekommen Sie keine Ausbildungsvergütung, sondern müssen sogar für die Ausbildung zahlen. Das ist eine schreiende Ungerechtigkeit.“ Auf kommunaler Ebene, fürchtet die Kandidatin, könne sie das aber nicht ändern. Deshalb heißt ihr Ziel also Hannover, deshalb heißt ihr Ziel der Landtag.

Aber auch in Sachen Kommunalfinanzen möchte Liebelt dafür sorgen, dass chronisch Klamme Städte künftig zumindest ihre Pflichtaufgaben finanziell stemmen können. „Es ist wichtig, dass Politiker auch im kommunalen Bereich Verantwortung übernehmen“, meint die Hemmingerin. Im parteiinternen Vorentscheid um die Kandidatur der Sozialdemokraten hatte sie sich übrigens in einem knappen Rennen gegen einen Lokalmatodoren durchgesetzt: René Bennecke hatte in der entscheidenden Abstimmung 17 Stimmen erhalten – Liebelt 22. Wahlkämpfen will sie trotzdem und mit Blick auf ihren Springer CDU-Rivalen Torsten Luhm besonders in allen vier Orten des Wahlkreises.

Während ihrer Touren durch Springe – unter anderem ist sie an jedem Marktfreitag in der Stadt vertreten – werde sie oft auf die umstrittene Entscheidung der Regionsversammlung zur Schließung des Krankenhauses angesprochen, das räumt sie ein. Sie selbst stimmte für das Aus – und steht bis heute dazu. „Es tut mir leid, dass wir so entscheiden mussten, das fiel uns nicht leicht, – aber es ging uns darum, dass das Klinikum Region Hannover weiterhin stark ist und in kommunaler Trägerschaft bleiben kann.“

Ihr Mandat in der Regionsversammlung möchte die Sozialdemokratin abgeben, wenn sie in den Landtag gewählt wird. Ratsmitglied in Heminngen möchte sie aber bleiben. Immerhin meint sie, dass es ziemlich wichtig sei, zu wissen, was die Menschen in den Kommunen bewegt. Auch und gerade, wenn man im Landtag sitzt.

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