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Landtagswahl Bad Münder: Noch einmal Kreuze machen

BAD MÜNDER. Nach der Wahl ist vor der Wahl: Die Bundestagswahl ist gerade mal eine Woche alt, da hängen schon wieder andere Bilder von anderen Kandidaten an den Laternen und Plakatwänden. Für die Landtagswahl laufen sich die Spitzenkandidaten für den Landkreis 36 warm.

Der Landtag. Foto: Tom Figiel
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Landtagswahl: So viele dürfen in Bad Münder wählen

Wie bei der Bundestagswahl sind rund 13900 Einwohner von Bad Münder aufgerufen, ihre Kreuze zu setzen. Kaum verwunderlich, liegen doch zwischen den beiden Wahlen nur drei Wochen. Entsprechend ähnlich verläuft es mit der Briefwahl: Bereits über 800 Wahlberechtigte haben Unterlagen für die Wahl Zuhause oder im Briefwahllokal am Steinhof beantragt. Wie viele dann tatsächlich ihre Stimme im Vorfeld abgegeben haben, stellt sich erst am Wahlsonntag heraus – wenn die Briefwahlurne geöffnet wird.

So viele Menschen müssen helfen

Bei der Bundestagswahl mussten 176 Wahlhelfer an die Arbeit – auch bei der Landtagswahl werden es nicht weniger sein. Schließlich gibt es auch wieder 22 Wahllokale, verteilt auf Kernstadt und Ortsteile. Und die gilt es selbstredend wieder zu besetzen, in zwei Schichten, mit Helfern und Wahlvorständen. Mit der Organisation ist erneut Tobias Pischel von der Verwaltung beschäftigt. Übrigens: Wer von der Stadt als Wahlhelfer verpflichtet wird, kann nur mit einem triftigen Grund absagen.

Wahlkampfziel: Ein Platz im Parlament in Hannover

Am Sonntag, 15. Oktober, wählt Niedersachsen – der Landtag ist übrigens im Leineschloss untergebracht, der ehemaligen Residenz der Könige von Hannover. 137 Abgeordnete zählt das Parlament derzeit – wie viele es ab dem 16. Oktober haben wird, hängt auch vom Verhältnis zwischen Erst- und Zweitstimme ab. Alle Abgeordneten zusammen wählen in der konstituierenden Sitzung dann den Ministerpräsidenten – spätestens 30 Tage nach der Wahl.

Und so bleibt der Wahlzettel gültig


Die Landtagswahl verläuft technisch gesehen wie die Bundestagswahl: Ein Kreuz setzt der Wähler bei einem Direktkandidaten, das zweite Kreuz bei der Gesamtliste einer Partei. Davon stehen diesmal übrigens 15 zur Wahl – neben sechs Direktkandidaten.

Vom Zwischenstand bis zum Endergebnis: Alle Infos am Wahlsonntag auch im Liveticker auf www.ndz.de

Die Kandidaten:

Siegfried Meyer

Er hat sich vor allem dem Kampf der Kinderarmut verschrieben: Siegfried Meyer bewirbt sich für die Linke um ein Mandat im niedersächsischen Landtag. Meyer ist 59 Jahre alt, wohnt mit seiner Lebensgefährtin in Afferde und ist Informatiker. Er war Mitarbeiter der Jugendwerkstatt Hameln. Geboren ist er am Hamelner Kuckuck. Meyer ist erst vor drei Jahren in die Partei eingetreten, weil er nicht mehr nur meckern, sondern auch politisch etwas erreichen wolle, sagt er. Er will sich unter anderem gegen Fracking einsetzen.

Markus Burgdorf

Seine Welt ist das Digitale: Markus Burgdorf hat sich auf den Ausbau der Internet-Infrastruktur fokussiert. Der Liberale und Unternehmensberater ist neu in Salzhemmendorf – er lebt erst seit einem Jahr im Ortsteil Wallensen, in einem ehemaligen Schulgebäude. Auf dem politischen Parkett ist er ebenfalls Frischling – bezeichnet sich auf seiner Internetseite aber als Überzeugungstäter. In die FDP ist er erst 2015 eingetreten – nach eigener Aussage nach einem Gespräch mit Parteichef Christian Lindner über die mangelhafte Gründerkultur in Deutschland.

Delia Klages

Gesundheit, Pflege und Soziales – das hat sich Delia Klages als Direktkandidatin der AfD auf die Fahne geschrieben, damit will die Fachwirtin und Fachkrankenschwester punkten. In ihrer Heimat Emmerthal sitzt sie seit der Kommunalwahl im Gemeinderat und führt dort auch die Fraktion an – Mitglied der Partei ist sie aber erst seit 2016. Die 57-Jährige ist Mutter von einem Kind und macht sich konkret für Hebammen stark: „Wer mehr Kinder will, braucht auch mehr Hebammen.“ Als Hobbies gibt sie Motorradfahren und Saxofonspielen an.

Marc Telgheder

Aus münderscher Sicht kennt man die Heimat von Marc Telgheder vor allem wegen der Freilichtbühne – mitten im Grünen und auch Vereinsheimat des grünen Kandidaten. Der Fachleiter im FIZ (Familie im Zentrum) des Landkreises kämpft seit der Kommunalwahl im vergangenen Jahr aktiv für die Partei. Herzensthemen nach eigenen Angaben: Bildung, Kultur und Familienförderung. Und natürlich besetzt er die Kernthemen seiner Partei.Die Energiewende soll umweltverträglich vorangetrieben, der Braunkohle-Abbau gestoppt werden.

Petra Joumaah

Seit Januar 2013 vertritt sie als direkt gewählte Abgeordnete den Wahlkreis 36 im niedersächsischen Landtag: Petra Joumaah (CDU). Sie ist nicht nur frauen-und migrationspolitische Sprecherin ihrer Fraktion, sondern auch Ortsbürgermeisterin in Bad Münder, Ratsmitglied und Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Sport und Soziales. Zudem ist sie stellvertretende Vorsitzende im CDU-Stadtverband. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Familienpolitik und die Sozialpolitik. Joumaah ist 62 Jahre alt, verheiratet und Mutter von vier Kindern.

Ulrich Watermann

Sein großes politisches Vorbild ist Willy Brandt, sagt Ulrich Watermann (SPD). Nach seinem Realschulabschluss begann er eine Ausbildung zum Erzieher. Die Arbeit mit Kindern ist für ihn eine absolute Herzensangelegenheit, so Watermann. 1998 bis 2003 saß er bereits im Landtag, nach kurzer Unterbrechung ist er seit 2008 wieder ins Parlament zurückgekehrt. Der 49-Jährige war von 1987 bis 2016 Ratsherr der Stadt Bad Pyrmont und mehrere Jahre Vorsitzender der dortigen Ratsfraktion. Seit 1991 ist er Abgeordneter im Kreistag Hameln-Pyrmont.

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