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Landtagskandidaten im Porträt: Torsten Luhm (CDU)

Unterwegs in der Heimatstadt: Torsten Luhm setzt im Wahlkampf auf persönliche Begegnungen – an der Haustür, am Wahlkampfstand oder unterwegs. FOTO: ZETT
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

SPRINGE. „Ich habe“, sagt Torsten Luhm, „gemerkt, wie sich das anfühlt.“ Positionen beziehen, Mehrheiten organisieren, im Politikgeschäft mitmischen. 2015 bewarb sich Luhm um die Bürgermeisterkandidatur der CDU. Und unterlag deutlich gegen Ralf Burmeister. Abgeschreckt hat ihn das nicht: „Als die Partei zum Jahreswechsel einen Kandidaten gesucht hat, habe ich gedacht: Was spricht dagegen? Ich habe die Erfahrung. Und meine Frau hat gesagt: Ich stehe hinter dir.“

Seit er im März das interne Rennen um die Kandidatur für sich entscheiden konnte, ist der Verwaltungsbeamte im Wahlkampfmodus. Und das bedeutet für ihn vor allem: zuhören. Luhm macht Termine, besucht Firmen, Bürgermeister, Vereine, Veranstaltungen und Bürger.

„Bei der Bundestagswahl ist mir nochmal deutlich geworden, dass die Menschen gehört werden, ihre Sorgen und Anliegen loswerden wollen.“ Diejenigen, die AfD gewählt haben, sagt er, hätten ja nicht nur für die neue Partei gestimmt. Sondern gegen die Etablierten. Also fährt er nun durch die vier Orte des Wahlkreises und versucht Vertrauen zurückzugewinnen, seine Hilfe anzubieten.

Erfahrung als politischer Entscheider hat Luhm, Jahrgang 1968, wenig: Bis 2016 saß er fünf Jahre im Ortsrat seines Heimatortes Alvesrode, führt aktuell die CDU-Ortsgruppe für die Kernstadt, Altenhagen und Alvesrode mit 85 Mitgliedern.

Im Wahlkampf setzt Luhm stattdessen auf seine berufliche Expertise: Er hat als Beamter 17 Jahre im Finanzministerium gearbeitet, fünf Jahre als Dezernent bei der Zentralen Polizeidirektion, inzwischen ist er im Innenministerium in Hannover tätig. Für sich leitet er daraus Fachkenntnisse für viele Landes- und Lokalthemen ab: vom Wunsch nach Tempo 30 über Finanzthemen und Straßenausbaubeiträge bis hin zu Fahrradwegen. Was er nicht weiß, will er sich aneignen: Gerade hat er mit Jägern über die Rückkehr des Wolfes diskutiert und sich direkt am Schießstand versucht: „Wie kann ich sonst über Dinge reden, wenn ich sie nicht nachfühlen kann?“

Taktische Überlegungen will Luhm vor der Wahl nicht anstellen. Dass er seine Heimat Springe in jedem Fall gewinnt, ist für ihn genau so unsicher wie ein Sieg seiner Hauptkonkurrentin Kerstin Liebelt (SPD) in deren Wohnort Hemmingen: „Letztendlich ist es eine Persönlichkeitswahl.“ In den Wochen vor der Wahl nutzt der Alvesröder große Teile seines Jahresurlaubs, um intensiv wahlkämpfen zu können. Ständiger Begleiter: der Terminkalender.

Als Themenschwerpunkte hat sich Luhm mit Blick auf seine eigenen Erfahrungen neben der Inneren Sicherheit (Beispiel: Ausstattung der Polizei), auch Familie und Beruf, Schule und Bildung sowie die Stärkung von Unternehmen und Kommunen gesetzt. Bei Letzterem pocht er auf die sogenannte Konnexität: Wer wie Land oder Bund Aufgaben auf die Kommunen ablade, müsse dafür finanziell geradestehen. In Sachen Flüchtlinge sagt er: „Wer da ist, den müssen wir integrieren.“ Aber auch: „Wer Leistungen erschleicht, der gehört bestraft – und muss im schlimmsten Falle auch das Land verlassen.



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