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FDP-Landtagskandidat Markus Burgdorf: Der Datenjunkie

BAD MÜNDER. Würden sich Internetleitungen bei Benutzung erhitzen, würden sie bei Markus Burgdorf vermütlich glühen. Er bezeichnet sich als Datenjunkie, spricht von mehreren Gigabit Datenvolumen pro Tag. Da ist es nicht weit bis zum Wahlkampfthema des FDP-Kandidaten: Der Ausbau von Internetleitungen im ländlichen Raum.

Kämpft für eine digitale Zukunftsvision für den ländlichen Raum: FDP-Landtagskandidat Markus Burgdorf.
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Ein Kernthema der Liberalen in Bund und Land – und Herzensangelegenheit von Burgdorf.

„Wir haben den Breitbandausbau verschlafen“, ärgert er sich. Das merkt er vor seiner Haustür: In Wallensen bei Salzhemmendorf ist er weit entfernt von dem aus seiner Sicht notwendigen Standard von 50-Megabit. „Jede Dönerbude ist inzwischen online“, sagt er. Entsprechend sei ein Ausbau von Datenleitungen und Mobilfunknetzen die Basis jeder Wirtschaftsförderung und gehöre wie Straßen, Nahverkehr und Wirtschaft vor Ort zu den Themen, wo sich das Land stärker einbringen müsse. Und Burgdorf will dafür an der Basis angreifen, Anwohnern notfalls an der Haustür erklären, wie wichtig der schnelle Datenzugang zukünftig sein wird, beispielsweise für die Ärzteversorgung oder Videokonferenzen.

Die Entscheidung, dass der Landkreis sein eigenes Glasfasernetz baut – ohne Fördermittel des Bundes – hält Burgdorf für richtig, sagt aber auch: „Andere waren schon schneller.“ Von Hannover aus müsse man künftig stärker in die Kreise gucken. „Die Politik muss auch mal eingreifen“, sagt der Unternehmensberater, „denn der Markt richtet es nicht.“ Ein Liberaler der sich deutlich für Eingriffe des Staats in die freie Wirtschaft ausspricht – das ist selten. Und Burgdorf geht noch weiter: „Die Rosinenpickerei der Telekom muss aufhören.“ Eine Kampfansage gegen den rosa Riesen, der laut Burgdorf nur noch Regionen mit schnellem Internet versorgt, wo noch Gewinne möglich sind – was den Ausbau insgesamt in der Region sogar bremse.

Es ist noch keine zwei Jahre her, dass Burgdorf in ein ehemaliges Schulgebäude in Wallensen einzog. Seitdem muss er nach eigenem Bekunden regelmäßig die Handwerker rufen – an dem maroden Gebäude muss regelmäßig geflickt, repariert und ausgebessert werden. Es bringt ihn zu dem zweiten Kernpunkt seines Wahlkampfs: Bildungspolitik. „Die Zeit der Overheadprojektoren sollte endlich der Vergangenheit angehören.“ Investiert werden müsse in Personal, Ausstattung und Gebäude – und auch da kommt er nicht vom Digitalen weg: Burgdorf macht sich für einen Tablet-Computer in jedem Schulranzen stark.



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