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Eldagsen ist Heimat der Wahlmuffel

SPRINGE/ELDAGSEN. Was haben die Kernstadt und Eldagsen gemein? In beiden Orten ist die Wahlbereitschaft eher gering.

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Lediglich zwei von drei Bewohnern erachteten es als wichtig, sich an der Landtagswahl zu beteiligen. In allen anderen Springer Stadtteilen wohnen – prozentual gesehen – mehr Bürger, die mitentscheiden wollen.

Am höchsten ist die Antriebslosigkeit erstaunlicherweise im gemeinhin als CDU-Hochburg bezeichneten Eldagsen. Bei der Bundestagswahl vor drei Wochen lag die Stadt im Springe-Vergleich noch auf dem drittletzten Platz – vor Altenhagen und der Kernstadt. 80 Prozent der Stimmberechtigten machten im September ihre Kreuze. Jetzt waren es dagegen nur 65,7 Prozent.

Klassenprimus ist – wie bei der Bundestagswahl – Boitzum. 87 Prozent der Einwohner nahmen sich Zeit für den Urnengang. Über die 80-Prozent-Marke kommt auch Alvesrode (80,5). Auf dem dritten Platz landet Mittelrode mit 79,8 Prozent. Vierter ist Holtensen mit 77,1 Prozent.

Die vier Ortsteile verbindet, dass sie klein sind. In Boitzum gibt es lediglich 146 Wahlberechtigte, in Alvesrode sind es 416, in Mittelrode 238, in Holtensen 353. In der selben Liga spielt zwar auch das 399-Wähler-Dorf Alferde. Allerdings wollten sich nur knapp 70 Prozent der Einwohner mit der neuen Besetzung des niedersächsischen Landtags beschäftigen. Das reicht im Stadt-Vergleich gerade einmal für Platz 9.

Auf Rang 5 schafft es das große Völksen mit 75,9 Prozent. Dicht dahinter sind Lüdersen (75,6), Gestorf (72,3) und Bennigsen (70,9). Altenhagen I liegt mit 69,1 Prozent weit hinten, kann sich aber klar von der traditionell wahlmüden Kernstadt absetzen. Im einwohnerstärksten Springer „Ortsteil“ – hier erhalten 9685 Personen eine Wahlaufforderung – entschieden sich nur 66,4 Prozent, ihre Erst- und Zweitstimme einzusetzen.

Auch der Blick auf die Verteilung der Briefwähler fordert Interessantes zutage: Die Möglichkeit, sich im Vorfeld die Unterlagen zuschicken zu lassen oder in aller Ruhe im Wahlbüro auf dem Burghof die Liste durchforsten zu können, haben 40 Prozent der Wähler aus der Kernstadt genutzt. Beliebt war die vorgezogene Abstimmung auch in Holtensen (37,4 Prozent) und in Lüdersen (35,7). Am anderen Ende der Skala stehen Mittelrode (17,3), Alvesorde (21,4) und Gestorf (22,7) – hier hat der Urnengang direkt am Sonntag offensichtlich noch eine besonders hohe Bedeutung.

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