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Unterwegs mit der Laufgruppe

Im Team läuft es sich besser: Das ist einer der Tipps, die Lauf-Experte Jürgen Keller aus Bad Münder gibt: Gemeinsames Training fördere die Motivation. Foto: Szabo

Autor:

PATRICIA SZABO

BAD MÜNDER. Seit Wochen nimmt man sich vor, in die neuen Laufschuhe zu schlüpfen. Doch dann ist er da: Der innere Schweinehund – ein Saboteur. Listig stellt er sich vor die Haustür und zwingt uns wieder auf das gemütliche Sofa. Tückisch beißt er sich in die Waden hinein, sobald man auch nur einen Versuch unternimmt, vor die Tür zu gehen. Jetzt, wenn die Tage länger und die Temperaturen frühlingshafter werden, ist es an der Zeit, diesen niederträchtigen Zeitgenossen loszuwerden!

Doch wie motiviert man sich am besten? Jürgen Keller gibt Tipps wie man gute Vorsätze in die Tat umsetzt. Der pensionierte Polizeibeamte und ausgebildete Lauftherapeut betreut seit 20 Jahren den Lauftreff und Laufgruppen in Bad Münder.

In seinen Kursen erfahren die Mitglieder aller Altersgruppen und aller Leistungsklassen neben der Freude an Bewegung und dem richtigen Laufstil auch vieles über den Sport selbst. Neben der Vermittlung der Trainingstheorie gibt er Tipps zum guten Laufstil und der richtigen Ausrüstung. Der NDZ erklärt er, wie man den Sport richtig in den Alltag einbaut und die ersten Erfolge erzielt.

Tipp 1: Ein Medizincheck ist empfehlenswert

Auch wer das Laufen nur nebenbei als Hobby betreibt und keinerlei Wettkampfambitionen hegt, sollte sich erst mal von einem Arzt untersuchen lassen. „Gerade bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Herzproblemen sollte man sich beraten lassen“, mahnt Keller. Das Risiko von nicht erkannten Gesundheitsproblemen könne den Läufer gefährden.

Tipp 2: Aufwärmen

Das Aufwärmen bewirkt, dass der gesamte Körper besser durchblutet wird. Durch gezielte Dehnübungen kann man Muskelkrämpfen und Verletzungen entgegenwirken. Bevor Kellers Gruppe losläuft, nehmen sich die Teilnehmer Zeit für leichtes Stretching und die Lockerung der Muskeln.

Tipp 3: Im Team bewegen

Lauftraining muss nicht gleich Mannschaftssport sein – trotzdem: „Laufen Sie nicht alleine. Training in einer Gruppe fördert die Motivation und die psychische Unterstützung hilft sehr“, erklärt Keller. Laufpartner können sich gegenseitig anspornen und ein wenig Gruppenzwang kann durchaus helfen – denn ein gemeinsamer Lauf ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch leistungssteigernd. Und: In einer Laufgruppe hat man die hervorragende Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen.

Tipp 4: Glückshormone entfachen

„Laufen bedeutet nicht nur Training, sondern es fördert die ganzheitliche Gesundheit“, sagt Keller. Um fit zu bleiben, braucht der Körper Bewegung. Körperliche Aktivität hilft aber auch dabei, den Alltagsstress deutlich zu reduzieren und aktiv zu entspannen. „Sie können viel besser abschalten, wenn Sie sich in der freien Natur bewegen“, sagt der Fachmann.

Auch bei Problemen psychischer Natur kann das Training Wunder bewirken und das Wohlbefinden beeinflussen. Stresshormone werden abgebaut und Glückshormone entfacht. Grund dafür sind die Endorphine, die der Körper während der körperlichen Belastung ausschüttet.

Nicht zuletzt wird das Selbstbewusstsein gestärkt, weil das Selbstbild verbessert wird.

Tipp 5: Schöne Laufstrecken

Keller empfiehlt die Strecken im Süntelgebiet, denn dort könne man die Längen besser variieren als im Deister. Wer bereit ist, einen Ausflug nach Hannover zu machen, ist am Maschsee und in der Eilenriede bestens aufgehoben. Das Tolle ist: „Im Gegensatz zu anderen Sportarten“, sagt Keller, „kann man immer und überall loslaufen“.

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