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Ein Zahnarzt mit Geschichte

SPRINGE. Wer 106 Jahre lang bohrt, der kommt ganz schon tief. Oder: Er ist Zahnarzt mit richtig weit zurückgehender Tradition. Das trifft zu auf die Praxis Eppens in Springe, deren erster Vorläufer im Jahr 1912 eröffnete.

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Autor:

SIMONE HEMPELMANN

Damals hatte der Großvater von Ingo Eppens, Wilhelm Eppens senior, eine Zahnarztpraxis in der hannoverschen Goethestraße eröffnet. Zähne ziehen – das war damals nicht selten, sogar Krankenkassen-Werbung ist aus dieser Zeit überliefert. Motto: Jedes 100. Mitglied bekommt die Zähne kostenlos gezogen...

Weh getan haben die verschiedenen Behandlungsmethoden vor 100 Jahren allerdings schon: die langsam rotierenden Stahlbohrer, die gerne mal heiß liefen, dazu fehlte in vielen Praxen die noch weitgehend unbekannte örtliche Betäubung. Die führte Eppens 1914 ein.

1943, mitten im Zweiten Weltkrieg und inmitten von Bombenangriffen auf Hannover, siedelte die Praxis nach Springe an die Bahnhofstraße über – in die Heimatstadt von Eppens‘ Frau Elisabeth, geborene Risch. Sohn Wilhelm Eppens junior trat 1952 mit in die Praxis ein. Seit 1969 kommen die Patienten nach einem weiteren Umzug in die Räume in der Friedrichstraße, wo die Praxis bis heute ihren Sitz hat. Ingo Eppens und Frau Nancy sind seit 1992 am Ruder.

Die beiden sind stolz auf die Vergangenheit ihres Unternehmens – und haben sich viel mit der Historie ihrer Praxis und ihres Handwerks beschäftigt. Sie können davon berichten, wie in den Familienbetrieb 1957 der schnelle Turbinenbohrer mit Wasserkühlung kam – eine Innovation für diese Zeit. Genau wie die Kunststofffüllungen in den 1970er-Jahren oder das Skalpell 1982.

Eines hat sich über die Jahrzehnte nicht geändert: „Uns ist klar, dass niemand wirklich gern zum Zahnarzt geht. Deswegen ist uns sehr daran gelegen, unseren Patienten den Aufenthalt bei uns so angenehm wie irgend möglich zu gestalten“, erklärt Ingo Eppens. Zahnschmerzen gibt es eben in jeder Generation – wenn sich auch viel getan hat: „Die Kariesrate bei Kindern und Erwachsenen hat sich in den letzten zwanzig Jahren deutlich verringert und Vollprothesen sind zur absoluten Ausnahme geworden“, stellt Eppens fest

Für diese erfreuliche Entwicklung gebe es aus seiner Sicht verschiedene Gründe: „Zum einen hat sich das Zahnpflegeverhalten deutlich verbessert. Die Menschen gehen bewusster mit ihrer Gesundheit und ihrem Körper um, und das spiegelt sich auch im Mund wider.“ Zum anderen seien auch die Zahnpasten immer weiter entwickelt und auf die heutigen Bedürfnisse zugeschnitten worden. „Die Fluoridzahnpasta ist dabei eine tragende Säule“, sagt Eppens.

Was empfiehlt er bei der ewigen Streitfrage „Handzahnbürste oder elektrisch? Letztere sei wesentlich effizienter als die manuelle Zahnreinigung. Es nütze aber die beste elektrische Zahnbürste nichts, wenn nicht wirklich alle Stellen am Gebiss erreicht werden: Genauigkeit und Sorgfalt sind oberstes Gebot. Für den gleichen Effekt sei bei der herkömmlichen Bürste der Zeitaufwand höher.

Grundsätzlich, so Eppens, reiche es völlig aus, zwei Mal am Tag die Zähne gründlich zu putzen. Abends solle dies idealerweise vor dem Schlafengehen erfolgen, damit die Zähne über Nacht von allen schädlichen Stoffen befreit sind.

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