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Ein Optiker erklärt, wie Sehtests funktionieren

ELDAGSEN. Gutes Sehen ist wichtig – dieser Aussage wird jeder quasi unbesehen zustimmen. Aber zuweilen hakt es an der Umsetzung im Alltag – das weiß auch der Eldagser Augenoptiker-Meister Christian Hagemann. „Idealerweise sollte einmal im Jahr ein Sehtest beim Optiker durchgeführt werden. Das geht schnell und kostet kein Geld“, sagt er.

Mit dem Gerät „Wave Analyzer“ ermittelt Georg Kitsch mit Hilfe hochmoderner Technik die objektive Sehfähigkeit des Kunden und misst dabei noch viele andere interessante und wichtige Augenwerte. FOTO: Hempelmann

Autor:

SIMONE HEMPELMANN

Dem Alter sind dabei keine Grenzen gesetzt: Wenn ein Kind in der Schule schon Auffälligkeiten zeigt, über Kopfschmerzen klagt oder Schwierigkeiten beim Vorlesen hat, kann eine bislang nicht festgestellte Sehschwäche die Ursache sein. Ab dem mittleren Alter, wenn die Augen sich zu verändern beginnen und die sogenannte Altersweitsichtigkeit einsetzt, kann eine Korrektur der Sehschärfe neuen Lesekomfort mit sich bringen.

Gerade auch bei Bildschirmarbeitsplätzen können Verspannungen oder auch Kopfweh ein Indikator für die Notwendigkeit einer Sehhilfe sein. Bei älteren Menschen empfiehlt Hagemann sogar eine noch engmaschigere Augenkontrolle.

„Gerade auch Menschen, die regelmäßig am Straßenverkehr teilnehmen, sollten ihre Augen im Interesse der Sicherheit regelmäßig checken lassen“, sagt Georg Kitsch, der derzeit bei Hagemann seine Meisterschule absolviert. Der Sehtest, dem sich jeder Führerschein-Neuling unterziehen muss, ist hier nur der Anfang.

Auf eine Brille muss heute niemand verzichten – vor allem nicht, weil sie nicht zu seinen Bedürfnissen passt: „Mittlerweile gibt es für jeden Zweck eine optimale Sehhilfe. Das Spektrum reicht von der Outdoorbrille über die Sportbrille oder sehschärfenangepasste Taucherbrille bis hin zu den geläufigen Lese-, Gleitsicht-, Autofahrer-, Sonnen- oder Bildschirmarbeitsplatzbrillen“, sagt Hagemann.

Wichtig ist ihm die engmaschige Zusammenarbeit mit den Augenärzten. „Wir Optiker dürfen keine Diagnose stellen, das ist den medizinischen Fachleuten vorbehalten. Aber bei der kleinsten Auffälligkeit empfehlen wir unseren Kunden einen Besuch beim Augenarzt, um auch die medizinische Seite zweifelsfrei abzuklären“, betont Hagemann.

Er und sein Kollege Kitsch unterscheiden im Alltag zwischen dem objektiven und dem subjektiven Sehtest: Zuerst einmal wird das Auge präzise vermessen. Der Kunde muss dazu lediglich einen bestimmten Punkt in einem Gerät fixieren. Dabei wird der Abstand der Hornhaut zur Netzhaut festgestellt und dieser Wert dann in Dioptrien umgerechnet. Außerdem werden neben dem Augendruck noch zahlreiche andere Parameter bestimmt, die Aufschluss über die Augen geben. Auf der Grundlage dieser objektiv ermittelten Werte folgt dann der subjektive Sehtest, wie ihn jeder kennt: Mit Hilfe einer Messbrille oder eines sogenannten Phoropters werden in einem bestimmten Verfahren verschiedene Glasscheiben mit fein abgestimmten Dioptrien-Werten vor das Auge geschoben, um mit Hilfe von beispielsweise Buchstabentafeln die individuelle Sehschärfe des Kunden zu ermitteln. „Unsere Augen gleichen immer auch ein gewisses Maß an Sehschärfe aus, das von Kunde zu Kunde unterschiedlich ist. Deswegen ist es so wichtig, dass wir den objektiven und den subjektiven Sehtest durchführen. Durch die so ermittelten Werte kann dann die optimale Brille für den Kunden erstellt werden“, erklärt Hagemann.

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