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Belastung Golf: Wenn‘s schmerzt beim Schlägerschwingen

SPRINGE. Richtig Golf spielen – das muss nicht nur der ambitionierte Sportler lernen – sondern manchmal auch der Körper selbst. Für einige Betroffene kann der Schwung mit dem Schläger richtig schmerzvoll sein. Viele Physiotherapeuten haben sich auf dieses Thema eingestellt – auch der Springer Martin Gröppert, selbst Golfspieler.

Physiotherapeut Martin Gröppert zeigt Teile des speziellen Golfprogramms. FOTO: ELITHERA

Autor:

ANNE BRINKMANN-THIES

Er bietet ein spezielles Programm für Betroffene an. Das Ziel: schmerzfreies Golfspielen nach fünf oder sechs Trainingseinheiten.

Wer zu Gröppert kommt, den befragt der Experte zunächst konkret nach seinen Beschwerden und analysiert dann dessen Schwungtechnik per Videoaufnahme . „Ich bitte den Patienten, dafür seinen eigenen Golfschläger mitzubringen“, erklärt er. Damit stellt sich der Sportler dann an eine spezielle Übungsmatte, um seinen individuellen Schwung zu demonstrieren. „Kaum jemand hat sich selbst beim Golfspielen gesehen“, weiß Gröppert.

Bei vielen Spielern schleiche sich aber im Laufe der Zeit ein ganz eigenes Muster beim Schlagen ein, das zu schmerzhaften Problemen führen könne. Die Schwunganalyse folgt den Erkenntnissen eines biomechanisch optimierten Golfschwungs mit entlastender und präventiver Wirkung auf die Gelenke – quasi dem Idealfall. Ist dann beim Patienten die individuelle Schwachstelle erkannt, wird das Ziel der Behandlung definiert und das Training beginnt.

Gröppert zeigt den Patienten dabei physiotherapeutische Übungen, die sie zudem – quasi als Hausaufgabe – eigenständig wiederholen sollen. Mitunter werden hierfür auch Trainingsgeräte eingesetzt. Nach drei oder vier Behandlungen erfolgt eine erneute Videoanalyse, um Veränderungen und Verbesserungen in der Stellung und Ausführung des Schwungs zu dokumentieren.

„Der Rücken ist die verletzungsanfälligste Körperpartie des Golfers. Die Wirbelsäule wird bei den verschiedenen Schwüngen hohen Biege-, Scher- und Rotationskräften ausgesetzt. Eine trainierte Muskulatur wirkt hier Verletzungen entgegen“, erklärt Gröppert. Eine Kräftigung der stabilisierenden Rückenmuskulatur – sowohl der tiefen als auch der oberflächlichen – stärkt die Wirbelsäule und somit das Golfspiel. Gröppert kümmert sich aber auch um Beschwerden Hüfte oder Knie, die auf dem grünen Rasen beim Einlochen auftreten können. Dabei ist Golf nicht die einzige Sportart, die besondere Beschwerden mit sich bringt: Gröppert kümmert sich auch um die Springer Handballer aus der dritten Liga, arbeitet im Fußball-Nachwuchszentrum von Hannover 96.

Und hat unter seinen Patienten zahlreiche Freizeitsportler, deren Beschwerden durch einseitige Belastungen auftreten. Gröppert nennt als Beispiele neben dem Golfen das Tischtennis-Spielen oder das Joggen. Generell rät der Physiotherapeut dazu, diese Belastungen zu vermeiden: „Sie führen zu muskulären Dysbalancen“, erklärt er. Es mache also Sinn, ein Programm zu erarbeiten, bei dem die gesamte Muskulatur gestärkt werde. Auch vorbeugend, damit es erst gar nicht zu Problemen kommt.



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