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Bei Akne gilt: Keine Pickel ausdrücken

Ein Notfallstift gegen Pickelpanik und das tägliche Waschpeeling für die makellose Haut: Glaubt man der Werbung, war der Kampf gegen unreine Haut nie so leicht wie heute. Tatsächlich haben Fortschritte in der Akne-Forschung die medikamentösen Therapiemöglichkeiten entscheidend verbessert.

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Gutes Licht, schlechtes Licht

Bei unreiner Haut ab in die Sonne oder unter das Solarium – der Mythos von der heilenden Wirkung der UV-Strahlung hält sich. „Dabei wissen wir heute, dass UV-Licht die Akne sogar ursächlich fördert“, sagt Christian Kors, Facharzt für Dermatologie in Berlin. In Drogerien werden unzählige Lichttherapie-Masken angeboten, die bei (leichter) Akne helfen sollen – aber: „Es kommt auf die Wellenlänge des Lichts an. Tatsächlich behandeln Dermatologen schon länger mit blauem Licht, das sind allerdings sehr spezialisierte Geräte“, so Kors.

Nicht täglich Peelen

Vorsicht geboten ist bei Reinigungsprodukten, insbesondere wenn sie Peelingpartikel beinhalten. „So was sollte man keinesfalls täglich, maximal einmal pro Woche anwenden, um den natürlichen Schutz der Haut nicht zu zerstören“, sagt Kors. Längst nicht jedes vermeintliche Wundermittel eignet sich für die Behandlung entzündeter Mitesser. „In einigen populären Produkten stecken de facto gar keine Wirkstoffe“, sagt Kors. Produkte mit Salicylsäure hingegen haben sich als effektiv erwiesen und helfen, Mitesser „aufzulösen“. Zudem helfen neuere Präparate auf der Basis von Vitamin-A-Säure. Nur noch selten kommen Antibiotikacremes zum Einsatz.

Milch produziert Mitesser

Und die Ernährung? „Vermeiden sie gezuckerte Molkereiprodukte“, rät Kors – und empfiehlt Patienten, immer zuerst einen Hautarzt zu konsultieren, bevor man selbst Hand anlegt. Sein Credo: „Nie Pickel ausdrücken, Finger weg.“

Von Mario Moers/RND

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