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Wahl-Nachlese: Michael Vietz (CDU) fliegt aus dem Bundestag

BAD MÜNDER. Es bleibt dabei: Der Wahlkreis Hameln-Pyrmont/Holzminden wird von drei Bundestagsabgeordneten in Berlin vertreten. Nur: Wer die drei sind, das hat sich am Sonntag deutlich verändert

Noch ist er präsent – doch in den kommenden Tagen werden Vietz-Plakate gegen die Landtagskandidaten getauscht.

Dabei hat sich für CDU-Mann Michael Vietz am Montagmorgen um kurz nach 7 Uhr eine bittere Ahnung bestätigt: Er fliegt raus aus dem Parlament, so vermeldete es zu diesem Zeitpunkt der Bundeswahlleiter.

Und dass es dieses Mal knapp war für den 48-Jährigen, das kann man noch nicht einmal behaupten: Die Landesliste der CDU griff wegen des relativ schwachen Ergebnisses dieses Mal nur bis Platz 9 und für fünf Kandidaten: Von Vietz‘ Listenplatz Nummer 19 war das weit entfernt. Bei der Bundestagswahl 2013 war Vietz auf Platz 24 der Liste in den Bundestag gekommen.

„Natürlich hatte ich schon schönere Morgen in meinem Leben. Aber dieses Leben geht weiter“, verkündete der Hamelner Montagfrüh dann auf seiner Facebook-Seite. Mit knapp 8000 Stimmen Vorsprung hatte sich der SPD-Kandidat Johannes Schraps das Direktmandat für den hiesigen Wahlkreis geholt.

„Ich werde jetzt mein Büro in Berlin auflösen“, so Vietz: „Vielleicht gibt es auch noch ein paar Anfragen, die zu bearbeiten sind.“ Zwei Vollzeitkräfte, eine Teilzeitkraft und ein Mini-Jobber, die bislang in Vietz’ Berliner Büro arbeiteten, werden sich neue Tätigkeiten suchen müssen. Vielleicht gibt es eine Chance, dass sie in den Abgeordnetenbüros der FDP einen neuen Job finden, meint Vietz.

Für die eigene berufliche Zukunft hat der Diplom-Ökonom einen Plan: Er will wieder bei seinem alten Arbeitgeber anklopfen. Vietz’ Arbeitsvertrag bei der Ing-Diba-Bank in Hannover ruht, solange der gelernte Bankkaufmann im Bundestag sitzt. Informiert hat er seinen Arbeitgeber aber noch nicht, das will er in den nächsten Tagen tun.

Vietz‘ politische Zukunft bleibt vorerst offen. Noch ist er bis Mitte nächsten Jahres als CDU-Kreisvorsitzender gewählt. Ein Mandat im Stadtrat oder Kreistag hat er seit den letzten Kommunalwahlen nicht mehr. „Die Partei muss entscheiden, wie es weitergeht“, sagt Vietz.

Konstante im Abgeordneten-Trio ist nun Jutta Krellmann (Linke), die ebenso über die Liste ins Parlament einzog wie Armin-Paul Hampel (AfD).

Bei der Stadt Bad Münder zog man am Montag auch – und zwar eine positive Bilanz: Es habe bis auf einige zunächst fehlende Urnenschlösser keine größeren Probleme gegeben, sagte Wahlleiter Tobias Pischel. Positiv aufgefallen sei ihm die relativ hohe Quote gültiger Stimmen: Nur 98 Wahlzettel konnten nicht gewertet werden; deutlich weniger als noch bei der Bundestagswahl 2013. Für die Stadt waren 176 Wahlhelfer im Einsatz.ll/zett

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