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Miersch und Flachsbarth im Bundestag: die Hintergründe

SPRINGE. Maria Flachsbarth und Matthias Miersch behalten ihre Sitze im Bundestag. Wie Gewinner konnten sich die Staatssekretärin der CDU und der SPD-Abgeordnete am Sonntagabend trotzdem nicht fühlen: Beide Kandidaten und beide großen Parteien haben in Springe deutliche Verluste eingefahren.

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CHRISTIAN ZETT UND MARITA SCHEFFLER

Minus 6,6 Prozentpunkte sind es bei der Union, minus 6,5 Punkte bei den Sozialdemokraten. Die CDU kommt damit auf 32 Prozent, die Roten auf 28,9 Prozent – traditionell deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt.

Deutlich zugelegt hat in der Deisterstadt die FDP. Die Liberalen machen 6,3 Prozentpunkte gut und werden mit 10,6 Prozent drittstärkste Kraft. Die AfD landet bei 9,6 Prozent – das sind 5,4 Punkte mehr als bei der Premiere vor vier Jahren. Auch die Linken verbessern sich: Dank eines Plus von 2,3 Punkten festigen sie sich bei 6,7 Prozent. Die Grünen haben in Springe mit jetzt 9 Prozent fast genau ihren alten Wert gehalten.

Wahlkreis-Sieger Miersch, der in Springe rund 100 Stimmen hinter Flachsbarth landete, lobte den Schritt der SPD, in die Opposition zu gehen. Es sei der Partei in der Großen Koalition „nicht gelungen, ein eigenes Profil zu entwickeln“. Das gelte es nun, in den kommenden Jahren zu tun. Mit den Abgeordneten, aber auch den Wählern der AfD müsse man sich auseinandersetzen.

Flachsbarth sagte, trotz des klaren Regierungsauftrags der Union wolle sie nicht verhehlen, „dass wir enttäuscht sind“ – nicht nur über das eigene Abschneiden, sondern auch über die AfD. Man wolle in den kommenden Jahren zeigen, „dass das gar keine Alternative für Deutschland ist“ – und gleichzeitig versuchen, die AfD-Wähler zurückzugewinnen.

AfD-Frau Sabine Ehrke setzte sich bei den Erststimmen gegen Lokalmatador Harald Klotz (FDP) durch: Mit 8,6 Prozent ließ sie den Liberalen 1,3 Punkten hinter sich.

Der gab sich bei der Wahlparty im „Weißen Ross“ in Gestorf zwar insgesamt zufrieden („Wir haben unser Top-Wahlziel mit einem guten Ergebnis erreicht“), war aber bestürzt über die breite Rückendeckung, die die AfD auf Bundesebene erhalten hat. „Unsere Demokratie muss nun zeigen, dass sie das aushält“, meinte er sichtlich konsterniert. Ehrke ging am Abend davon aus, kein Mandat über ihren Listenplatz errungen zu haben. Trotzdem sei es „ein sensationeller Abend für die AfD“. Sie wolle sich nun auf Landesebene engagieren – vor allem für die Themen Umwelt und Tierschutz.

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