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Bundestagswahl: Springes Abgeordnete im Zahlen-Check

SPRINGE. Am Sonntag wird ein neuer Bundestag gewählt. Das bedeutet auch, dass sich die 18. Legislaturperiode für die heimischen Bundestagsabgeordnete Maria Flachsbarth (CDU) und Matthias Miersch (SPD) dem Ende zuneigt.

Sitzt seit dem Jahr 2005 im Parlament: Matthias Miersch. Parlamentarierin seit Oktober 2002: Maria Flachsbarth.
Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Wir haben die Protokolle des Bundestages angeschaut, die Daten der Abgeordneten auf ihren Internetseiten untersucht und gezählt und gerechnet, um Danten zu erhalten, die belegen, was Miersch und Flachsbarth in den vergangenen vier Jahren im Plenum gemacht haben – und was sie für ihre Arbeit im Plenum bekommen haben. Ein Überblick.

80 Sitzungswochen standen von der Wahl vor vier Jahren bis heute auf dem Kalender des Deutschen Bundestages. Während der Zeit waren Miersch und Flachsbarth in der Regel in Berlin. Sondersitzungen sind in diese Zahl allerdings noch nicht einberechnet. Die wurden etwa zum Thema Euro-Rettungsschirm einberufen.


245 Sitzungen fanden in dieser Legislaturperiode statt.

211 namentliche Abstimmungen verzeichnet die Datenbank des Deutschen Bundestages seit der konstituierenden Sitzung am 22. Oktober 2013. 120 davon hat die Internetplattform abgeordnetenwatch.de überwacht. In 89 davon stimmte Miersch für Ja, 26 mal für Nein, fünf Mal hat er sich an den Abstimmungen nicht beteiligt. Enthaltungen gab es keine.

Flachsbarth stimmte 91 Mal mit Ja, 23 mal mit Nein und fehlte bei sechs der Abstimmungen. Auch sie hat sich bei den erfassten Abstimmungen nicht enthalten.


44 Einträge stehen im Online-Terminkalender von Maria Flachsbarth seit 2013 – inklusive Partei- und Walkampfterminen sowie Bundestagssitzungen. Fairerweise muss dazu gesagt werden, dass der erste Eintrag vom April 2016 stammt. Davor gibt es keine, ebenso wie es keine Pressemitteilungen aus der Zeit vor 2014 gibt. Womöglich war die Internetseite oder aber die Kalenderfunktion davor noch nicht aktiv.

Bei Miersch datieren die ersten Eintragungen auf den 19 Juli dieses Jahres zurück, davor sind keine Eintragungen in seinem Online-Terminkalender abrufbar.


124,59 Minuten Redezeit in 21 Reden hatte Matthias Miersch in dieser Legislaturperiode. Dass Maria Flaschbarth mit 157,41 Minuten länger im Plenum gesprochen hat, hat gute Gründe. Immerhin ist sie Parlamentarische Staatssekretärin – und als solche hat 25 Reden vor dem Plenum gehalten. Der Fairness halber sei erwähnt: Generell steht der CDU als größte Fraktion im Bundestag mehr Redezeit zu als der SPD. Für Amtsträger wie Flachsbarth gilt zudem generell: Sie haben im Zweifelsfall mehr Zeit, um vor dem Parlament zu sprechen, als Abgeordnete ohne Amtsfunktion.

9541,74 Euro monatlich erhält ein Bundestagsabgeordneter seit dem 1. Juli als Diäten. Sie müssen voll versteuert werden.

Dazu kommt eine steuerfreie Aufwandspauschale, die derzeit bei 4318,38 Euro liegt. Davon finanziert werden sowohl das Wahlkreisbüro sowie der zweite Wohnsitz in Berlin und die Kosten für die Wahlkreisbetreuung. Maria Flachsbarth erhält etwa 11 000 Euro Grundgehalt. Dazu kommen die Diäten, die allerdings um rund 30 Prozent gekürzt werden.

Auch die Aufwandspauschale wird gekürzt, überdies hat eine Staatssekretärin Anspruch auf einen Dienstwagen. 860 Euro monatlich erhält Miersch für seine Funktion als Mitglied des Kuratoriums der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Mierschs Tätigkeit als umweltpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion wird zudem mit einer monatlichen Aufwandsentschädigung in Höhe von 15 Prozent der Diät, aktuell 1431,26 Euro vergütet, die er zu versteuern hat.

3 Jahre länger als Matthias Miersch sitzt Maria Flachsbarth im Bundestag. Sie kam im Oktober 2002 ins Parlament, Miersch gelang der Einzug nach Berlin erst im Jahr 2005.

53 Fragen wurden den heimischen Bundestagsabgeordneten auf der Internetplattform abgeordnetenwatch.de gestellt. Maria Flachsbarth beantwortete von den zehn an sie gestellten Fragen neun, Matthias Miersch hat alle 43 Nutzerfragen beantwortet.

Wer in den Bundestag einzieht, lesen Sie bei uns schon am Sonntagabend. Alle wichtigen Infos gibt es dann unter www.ndz.de/wahlticker.

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