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Bundestagswahl: 22 932 Springer dürfen abstimmen

SPRINGE. Werden die Interessen der Springer künftig von gleich drei Bundestagsabgeordneten in Berlin vertreten? Möglich ist das: Denn neben den beiden Dauerbrennern Matthias Miersch (SPD) und Maria Flachsbarth (CDU) könnte auch die AfD-Kandidaten Sabine Ehrke bei ihrer ersten Wahl gleich den Sprung schaffen:

Die Kandidaten bei dem Wahlforum der Neuen Deister-Zeitung. Foto: Rathmann

Autor:

Christian Zett und Marita Scheffler

Ihre Partei setzte sie auf den niedersächsischen Listenplatz 8 – sie selbst hat ausgerechnet, dass sie bei 13 Prozent für die AfD bundesweit ins Parlament einzieht.

Ehrke wird den Wahlabend größtenteils bei einer gemeinsamen AfD-Veranstaltung in der Wedemark verbringen. Auch Miersch und Flachsbarth verfolgen die Ergebnisse zusammen mit ihren Parteifreunden: Der SPD-Mann will sich zunächst in seinem Wahlkreisbüro in Hannover aufhalten, abends geht es für ihn dann zur zentralen Wahlparty seiner Partei in Hannover. Flachsbarth bleibt ebenfalls in der Landeshauptstadt: Sie lädt gemeinsam mit den anderen CDU-Kandidaten aus Hannover und Umgebung zu einer Wahlparty in einem Restaurant in Alt-Vinnhorst ein. Dort wird sie auch die Ergebnisse verfolgen.

Der einzige Springer Kandidat, Harald Klotz von der FDP, trifft sich mit seinen heimischen Parteifreunden in Gestorf: Im Weißen Ross beginnt die öffentliche Veranstaltung um 17.30 Uhr. Zurückhaltender sind SPD, CDU, Linke und Grüne in Springe: Die Parteien verweisen maximal auf privat organisierte Treffen einiger Mitglieder und Ortsteilverbände – offizielle Zusammenkünfte soll es aber nicht geben. Im Wahlkreis treten auch Roland Panter (Grüne), Jessica Kaußen (Linke), Gerhard Posywio (Piraten) und Beate Lange (Freie Wähler) an.

Am Freitag trafen sich viele der heimischen Politiker, Parteimitglieder und Wahlkämpfer vor allem auf dem Springer Wochenmarkt. Und auch am Sonnabend werden wohl an vielen Stellen, auch in den Ortsteilen, noch einmal Stände stehen.

22 932 Wahlberechtigte registrierte der städtische Wahlbeauftragte Karsten Kohlmeyer – Stand Freitag. „Die Zahl kann sich theoretisch noch durch Todesfälle reduzieren“, erklärt er. Mehr als 5100 Springer haben bis Freitagabend schon per Briefwahl abgestimmt. Kohlmeyer rechnet morgen mit einer recht fixen Auszählung: Spätestens um 19.30 Uhr solle das Ergebnis für die Gesamtstadt vorliegen. Als erstes sind traditionell kleinere Ortsteile wie Boitzum und Mittelrode ausgezählt.

Kohlmeyer weist auch darauf hin, dass Fotos in der Wahlkabine laut Bundeswahlordnung untersagt sind: Alle Wahlvorstände haben die Anweisung, das Fotografieren des Wahlzettels zu unterbinden – auch als „Selfie“ samt dem Wählenden. Wer sich nicht dran hält, muss seinen Wahlzettel vernichten und direkt noch einmal abstimmen. „Uns ist sehr wichtig, dass die geheime Wahl auch wirklich geheim abläuft.“zett/mari

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