weather-image
17°

Bundestag: 1602 Springer haben schon gewählt

SPRINGE. „Wie verrückt“ wird die Briefwahl genutzt, sagt die Stadt. 1602 Springer haben bei der Bundestagswahl schon abgestimmt. Die Hintergründe:

Gibt 22 962 Springern eine Stimme bei der Bundestagswahl: die Wahlbenachrichtigungskarte.

22 962 Springer dürfen ihre Stimme für die Bundestagswahl am 24. September abgeben. Oder besser: Ihre Stimmen. Auf jedem Zettel haben zwei Kreuze Platz.

Mit dem ersten – dem auf der linken Seite – wird eine Person (der Direktkandidat) unterstützt. Das zweite – auf der rechten Seite – kommt einer Partei zugute. Während es zum Beispiel bei Kommunalwahlen erlaubt ist, die Kreuze bunt zu mischen, muss jetzt die Rechts-Links-Aufteilung beachtet werden. Werden beide in einer Spalte gesetzt, ist das Papier ungültig.

Unentschlossene sollten etwas Zeit zum Lesen einplanen: Um die Gunst der Stimmberechtigten buhlen in unserem Wahlkreis acht Direktkandidaten und 18 Parteien. Darunter sind die größeren, etablierten, dazu kommen aber weniger bekannte Gruppen wie das „Bündnis Grundeinkommen“, die „Demokratie in Bewegung“, die „Deutsche Mitte“ oder auch die „Veränderung Vegetarier und Veganer“.

Bei der Bundestagswahl vor vier Jahren hatte sich fast jeder vierte Springer (24,3 Prozent) dafür entschieden, den Urnengang schon vor dem Wahlsonntag zu vollziehen. Kohlmeyer rechnet damit, dass die Quote wieder mindestens genauso hoch ist – der Wert steigt seit Jahren.

Als die Vorab-Möglichkeit 1957 bundesweit eingeführt wurde, war sie ausschließlich für Kranke, Urlauber und Sonntagsarbeiter gedacht. Doch seitdem hat sich der Anteil der deutschen Briefwähler verfünffacht. Seit neun Jahren ist die vorgezogene Stimmabgabe legalisiert.

Kohlmeyer spricht von einer Masse an Stammkunden, die gerne in Ruhe und bequem ihre Kreuze machen möchten. Er und seine Kollegen händigen die Unterlagen oft ganzen Familien vorab aus, „und das ist auch in Ordnung“. Kohlmeyer selbst macht sich dagegen erst am Wahlsonntag auf den Weg, „auch aus Wertschätzung gegenüber den zahlreichen Wahlhelfern, denen ich dann Dankeschön sagen möchte“.

Egal, wann man zum Kugelschreiber greift: Nicht wundern sollte man sich darüber, dass dem Wahlzettel die rechte obere Ecke fehlt. Das Merkmal sei für Blinde wichtig, die dort ihre Schablone anlegen müssen, sagt Kohlmeyer, der in den vergangenen Tagen mehrfach Anrufer beruhigen musste, „dass da nicht manipuliert wird“.

Am heutigen Montag wird das Wahlbüro im Feuerwehrhaus eingerichtet. Wer stimmberechtigt ist (also deutscher Staatsbürger und mindestens 18 Jahre alt) aber noch keine gelbe Wahlbenachrichtigungskarte erhalten hat, sollte sich im Rathaus melden ( 05041/ 73231). Die 38 Wahllokale im Stadtgebiet sind am 24. September von 8 bis 18 Uhr geöffnet.mari

Weiterführende Artikel
    Kommentare