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"Bad Münder 4.0" kritisiert Zukunftskonzept

BAD MÜNDER. Ideen für die Stadt entwickeln – das wollen sie alle: Der Rat, als er 2010 (auch mit CDU-Stimmen) das Zukunftsentwicklungsprogramm auf den Weg brachte. Und die CDU-geführte Initiative „Bad Münder 4.0“, mit der die Partei im Wahlkampf neue Wege gehen will.

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Nun hat sich die neue Gruppe das alte Konzept zur Brust genommen. Fazit: kaum etwas passiert. Rückblick: Im Oktober 2010 verabschiedet der Rat das 66-seitige Konzept. Es war in den Jahren zuvor in zahlreichen Gesprächskreisen und unter Beteiligung von externen Experten erarbeitet worden. Die ebenfalls geplante Bürgereinbindung kam nicht so richtig in die Gänge. Der Inhalt: mehr oder weniger konkrete Handlungsempfehlungen zu Themen wie Bauen, Wirtschaft, Tourismus, Gesundheit oder Verkehr. Alles immer mit Blick auf den demografischen Wandel, die vorausgesagte Alterung der Gesellschaft.

Zwar war das Konzept seitdem immer mal wieder Thema – etwa Anfang 2018, als SPD, Grüne und Piraten mit explizitem Verweis auf das Programm einen Antrag in den Rat brachten, endlich das Baugebiet Salzbrink zwischen B 442 und Deutscher Klinik voranzutreiben. Doch dass das Konzept alles Handeln der Stadt seit 2010 nachhaltig begleitet hat, kann man nun auch nicht sagen.

Inzwischen feiert es also ein unverhofftes Comeback – als Grundlage für das Programm von „Bad Münder 4.0“. Und damit auch als Grundlage für ein Wahlprogramm, mit dem die CDU im Oktober gerne Bürgermeister Hartmut Büttner aus dem Amt stoßen möchte. Denn verkünden will „Bad Münder 4.0“ die eigenen Visionen für die Stadt passend zur Bürgermeisterwahl im Oktober. Die erste Analyse des Zukunftsprogramms, die das Team um Dirk Barkowski nun vorgelegt hat, spiegelt die Kritik zum Aufschlag der „4.0“-Aktion im November: Die Stadt habe aus den formulierten Ideen zu wenig gemacht, klagte Barkowski damals. Dabei beinhalte das Programm „einige und gute zeitgemäße Ansätze“, heißt es jetzt.

Doch warum sind nur so wenige der Empfehlungen umgesetzt worden? Fehlte das Geld? Nein, glaubt „Bad Münder 4.0“: Schließlich sei die wirtschaftliche Situation der Stadt schon damals bekannt gewesen. Und: Viele der Maßnahmen seien gar nicht so teurer.

Vielmehr habe es an der Verbindlichkeit gefehlt – sowohl, was die Formulierung der Ziele angeht, als auch in Sachen Zuständigkeit für die Umsetzung und einen dazugehörige in Zeitplan. Auch die mangelnde Bürgerbeteiligung sei ein Problem. „Bad Münder 4.0“ will das nun besser machen – einige Monate Zeit bleiben noch.



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