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Zweiter Bahnhof: Ortsrat wirft Springfeld Erpressung vor

SPRINGE. Der Ortsrat Springe hat Bürgermeister Christian Springfeld am Mittwochabend scharf zurechtgewiesen. Ortsbürgermeister Karl-Heinz Friedrich warf dem Verwaltungschef „den Versuch der Einflussnahme“ und „erpresserische Züge“ vor.

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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

Im Kern ging es um den Antrag von Ratsherr Uwe Lampe, einen Planungsstopp für den zweiten Kernstadt-Bahnhof zu erwirken. Springfeld hatte den Ortsrat – nach einer Anfrage der NDZ – öffentlich davor gewarnt, sich per Beschluss gegen den Deisterpforten-Halt zu stellen. Die Äußerungen Springfelds, die in der Mittwochsausgabe der Neuen Deister-Zeitung zu lesen waren, ärgerten mehrere Ortsratsmitglieder massiv. Die Sätze hätten sie verletzt, sagte CDU-Fraktionschefin Claudia Starke: „Ich war kurz davor, alles hinzuschmeißen.“ Ihr sei es ähnlich gegangen, sagte die SPD-Vorsitzende Katrin Kreipe .

Wie sauer Ortsbürgermeister Friedrich (CDU) war, ging aus einer Erklärung hervor, die er abends in der Ortsratssitzung vorlas – und davon rückte er auch nicht ab, obwohl Verwaltungschef Springfeld überraschend vorbeikam.

Der Ortsrat weise „den Versuch der Einflussnahme auf die Entscheidung … zu einem weiteren S-Bahn-Haltepunkt in Springe aufs Schärfste zurück“, heißt es in dem Papier unter anderem. Springfeld „möge zur Kenntnis nehmen, dass die Ortsratsmitglieder in freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt sind und ihre Entscheidung nach bestem Wissen und Gewissen zu treffen haben“. Offensichtlich wolle der Verwaltungschef Druck aufbauen, weil er eine offene Auseinandersetzung fürchte, so Friedrich.

Springfeld entschuldigte sich für mögliche Irritationen: „Das tut mir leid. Das war nicht als Bevormundung des Ortsrates gemeint.“ Er habe lediglich klar machen wollen, wie „tragisch“ es wäre, den möglichen zweiten Kernstadt-Bahnhof bewusst abzulehnen. Die zusätzliche Haltestelle sei „ein ganz großes Geschenk, eine Chance“. Man müsse „jetzt das Potenzial für die künftige Stadtentwicklung“ erkennen.

Auf diese Vorworte folgte eine Diskussion, die so geladen war, wie es sie in den vergangenen Jahren selten im Springer Ortsrat gegeben hat. Dazu trugen auch die knapp 20 Zuhörer bei – ebenfalls ungewöhnlich viele. Am Ende zog Uwe Lampe seinen Antrag zurück. Die Mehrheit der Mitglieder wünscht sich von der Bahn und der Region deutlich mehr Fakten, was wann wo und weshalb genau geplant ist.



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