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Die NDZ fragt bei den Ortsbürgermeistern nach: Was soll in den Stadtteilen passieren?

Zweitausendelf – das Jahr der vielen Wünsche

Springe(ric/jemi). Das neue Jahr ist da – und damit viele Wünsche. Die NDZ hat sich traditionell bei den Ortsbürgermeistern umgehört. Was hat sich im vergangenen Jahr getan, wohin führt der Weg 2011? Und: Werden Sie im kommenden Jahr erneut bei den Kommunalwahlen antreten?

Das Zentrum beleben: Springes Ortsbürgermeister Jürgen Trotte wünscht sich weniger Leerstände – auch am Marktplatz. Foto:

Alferde: Noch gibt es im beschaulichen Alferde ein reges Vereinsleben. Und der Ortsrat legt Wert darauf, dieses mit allen Mitteln zu erhalten. Vize-Ortsbürgermeister Karl Lehnhoff zumindest hofft darauf, dass die Kosten für die Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses im Rahmen bleiben – zumal die einzige Gaststätte im Ort nur noch stundenweise in Betrieb ist. Ob Lehnhoff weitermachen will, steht für ihn noch nicht endgültig fest, ebenso wie bei Ortsbürgermeister Klaus-Dieter Babitz.

Altenhagen I: Auch Ulrike Bornscheuer hat in Altenhagen I mit demografischen Problemen zu kämpfen: Die Zukunft der kleinsten Grundschule Niedersachsens ist weiterhin fraglich, unrealistisch scheint der Wunsch, einen Lebensmittel-Discounter anzusiedeln. Allerdings setze sich der Ort verstärkt für den Jugendraum ein. 15 Unterschriften habe sie gesammelt, sagt die Ortsbürgermeisterin, die sich jetzt Fachbereichsleiterin Dagmar Wiese Cordes vorlegen möchte. Außerdem hofft Bornscheuer, dass sich die Vereine zusammentun, um eine Regelung für die Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses zu finden. Wie berichtet, will Bornscheuer nicht mehr kandidieren.

Alvesrode: Peter Stauß muss nicht lange überlegen, was sein größter Wunsch für 2011 ist: die Sanierung der Helmut-Schmieder-Halle. Schon lange tropft es immer wieder durch das Dach – und das wird stets nur notdürftig geflickt. „Eine richtige Reparatur ist jedoch notwendig, um die Substanzerhaltung zu sichern.“ Nach der Enttäuschung im vergangenen Jahr in Bezug auf den Krippenstandort will er jetzt erfolgreicher kämpfen. Ob er als Ortsbürgermeister über den September hinaus weitermacht, lässt Stauß noch offen. Erst müsse er mit der Partei sprechen.

Bennigsen: „Der Wochenmarkt ist immer noch meine Herzensangelegenheit“, sagt Hartmut Rieck. Die bislang vergebliche Standortsuche bezeichnet der Bennigser Ortsbürgermeister als „größte Enttäuschung“ des vergangenen Jahres. Gleichzeitig hofft er darauf, dass die AWO ihre Vorstellungen einer Altenpflegeeinrichtung umsetzt. „Viele Ältere wandern ab, die fehlen uns dann in Bennigsen.“ In Bezug auf die kommunale Infrastruktur hofft Rieck auf die Fortsetzung der Kanalsanierung. Gerade im Schlesierviertel gelte es, das Wasserproblem in den Griff zu bekommen. Rieck sagt: „Ich bin noch nicht amtsmüde – dafür gerne bereit, für Orts- und Stadtrat zu kandidieren.“

Boitzum/Holtensen: „Was soll man sich wünschen, wenn kein Geld da ist?“, fragt sich Heinrich Freimann. Aus diesem Grund wolle er den status quo erhalten. Die Sanierung der Turnhalle in Holtensen müsse warten. In diesem Haushalt sei dafür keine Kapazität, meint Freimann. Da die Halle von montags bis sonntags genutzt werde, sei eine Instandsetzung für den Ort immens wichtig. Die Affengitter-Brückengeländer hat er angesichts der Haushaltslage ebenfalls abgeschrieben. Über sein Zukunft verrät Freimann zumindest so viel: „Im kommenden Jahr werde ich wieder als Ortsbürgermeister kandidieren.“

Eldagsen/Mittelrode: In Eldagsen tut sich was – und zwar wird in der Gehlenbachstadt vergleichsweise viel Geld in die Hand genommen: Anlässlich der Städtebauförderung wurden bereits erste private Maßnahmen umgesetzt, für 2011 hofft Ralf Burmeister darauf, dass für die Bevölkerung auch sichtbar etwas passiert – „und zwar mit der Umsetzung öffentlicher Maßnahmen.“ Das erste Projekt ist die Neugestaltung des Kirchplatzes. Und: Burmeister freut sich, dass es in diesem Jahr mit dem Kindergarten-Bau losgehen soll. „Wir müssen jetzt positiv denken, auch an diesem Standort (Hindenburgallee) werden wir uns voll einbringen.“ Burmeister will gerne Ortsbürgermeister werden, für eine Rückkehr im Rat habe er zurzeit keine Ambitionen.

Gestorf: Generell ist Bernd-Georg Höfer derzeit nicht unzufrieden. Die Grundschule sieht er noch nicht gefährdet. „In acht Jahren kann das natürlich leider ganz anders aussehen.“ Höfer freut sich darüber, dass der neue Rasen für den Sportplatz verlegt worden ist. Für 2011 wünscht er sich, dass die Infrastruktur so erhalten bleibt, wie sie jetzt ist. Über seine Zukunft als Ortsbürgermeister hält sich Höfer noch bedeckt. „Ich werde in den kommenden Wochen mit meinen Parteifreunden über das Thema und die weitere Zusammenarbeit sprechen.“

Lüdersen: „In Lüdersen ist man zufrieden“, sagt Ortsbürgermeisterin Ursel Postrach. Im vergangenen Jahr wurde die Dorferneuerung abgeschlossen, neue Inliner kamen in die Kanäle, die Bergdorfhalle sei gut zu beheizen. Postrach wünscht sich einen Parkplatz am neuen Friedhof. Vor allem aber will sie die Sanierung der Kreisstraße 227 endlich abgeschlossen sehen. „Wir fühlen uns hier manchmal wie im Dorf am Ende der Welt.“ Wie berichtet, ziehen sich die Arbeiten noch in die Länge. Um im Amt bleiben zu können, hat ihre Abteilung bereits grünes Licht signalisiert. „Ich will versuchen, auch im Stadtrat zu bleiben, um Lüdersen dort zu vertreten.“

Springe: Der Ortsbürgermeister der Kernstadt wünscht sich, das Zentrum weiter zu beleben. Jürgen Trotte ist gleichfalls überzeugt: „Es tut sich was.“ Den Kampf hat Trotte den „furchbar anzusehenden“ Leerständen angesagt. Weniger optimistisch ist er allerdings bei der Ansiedlung neuer Unternehmen – nicht jedes Jahr investieren Firmen wie Octapharma, über deren 100-Millionen-Erweiterung er glücklich sei. Trotte will weiter im Stadtrat aktiv sein, über seine erneute Ortsbürgermeisterkandidatur hingegen sei noch nicht entschieden.

Völksen: Drei Ladenleerstände musste Völksen im vergangenen Jahr hinnehmen – jetzt hofft Ortsbürgermeisterin Sigrid Hachmeister, dass die Geschäfte wieder vermietet werden. Über die Sanierung von drei Straßen weiß sie: „Da müssen wir uns wohl gedulden.“ Im Januar wird im Ortsverband über ihre erneute Kandidatur gesprochen, davon abhängig sei auch ihr Engagement im Stadtrat: „Entweder ich mache beides oder nichts – das steht für mich fest.“



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