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Stadt investiert 300 000 Euro / Bedarf ist in der Kernstadt am höchsten

Zwei neue Krippen – aber in den Ortsteilen

Springe. Die Stadt schafft weitere Krippenplätze – allerdings nicht in der Kernstadt, wo der Bedarf am größten ist, und nicht pünktlich zum 1. August. Die neuen Einrichtungen für Ein- bis Dreijährige werden in Altenhagen und Holtensen eröffnet. Der Starttermin dürfte frühestens im Oktober sein, wahrscheinlicher sind November oder Dezember.

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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

„Unsere Vorschläge sind alternativlos“, stellte der neue Fachbereichsleiter Clemens Gebauer im Jugend- und Sozialausschuss klar. Eltern von Kleinkindern haben einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz, die Stadt hat jedoch kaum geeignete Immobilien, in denen sie innerhalb weniger Monate neue Krippen einrichten kann. Hochbauamtsleiter Reinhard Borchardt berichtete, er und seine Kollegen wären jeden Ortsteil abgefahren. Am Ende seien nur die leer stehende Grundschule in Altenhagen (30 Krippenplätze) und die Turnhalle in Holtensen (15 Plätze) übrig geblieben. Der Umbau und das Einrichten der Räume dürften nach jetzigen Schätzungen 300 000 Euro kosten. Einen Großteil des Betrags wird wohl das Land Niedersachsen tragen.

„Ist sichergestellt, dass genügend Eltern ihre Kinder nach Altenhagen bringen?“, fragte der Grünenpolitiker Thomas Hüper-Maus. Angesichts der großen Investition „habe ich Bauchschmerzen, dass da später nur zehn Kinder kommen. Das wäre oberpeinlich“. In Altenhagen gibt es bereits eine Krippengruppe – der Ort ist also ausreichend versorgt.

Schulamtsleiterin Gabriele Tegtmeyer räumte ein, die Pläne hätten noch nicht mit den Eltern der 67 Kinder, die auf der Warteliste stehen, besprochen werden können. Die große Mehrheit der Familien komme aber aus der Kernstadt, „und bis Altenhagen sind es gerade einmal vier Kilometer. Für alle, die in Hameln arbeiten, liegt es direkt auf dem Weg“.

Für den gesetzlich geregelten Krippen-Anspruch ist der Standort unerheblich. Kurze Wege seien zwar wünschenswert, „ein Neubau in der Kernstadt, der erst in zwei Jahren steht, nutzt den wartenden Eltern aber nichts“. Aus dem Familienbüro wisse sie, „dass einige Mütter und Väter überall hinfahren würden. Die dürften uns um den Hals fallen, wenn es nur nach Altenhagen ist“.

Der Verwaltungsausschuss entscheidet Anfang Juni, ob und wo die neuen Krippen entstehen. Dann kann die Detailplanung erstellt und zum Kultusministerium geschickt werden. Erst anschließend werden die Umnutzungsanträge geschrieben und schließlich Handwerksfirmen beauftragt, zeigte Borchardt das zeitliche Dilemma auf: „Zum 1. August wird das leider nichts. Wir reden jetzt schon von November.“ Bei den älteren Gebäuden könne es in der Bauphase noch Überraschungen geben.



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