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Zwei Abfall-Sammelstellen bereiten Aha Probleme

SPRINGE. Ein alter Kinderwagen. Eine Topfpflanze. Vollgestopfte gelbe Säcke. Aber auch gerne mal: eine Waschmaschine oder ein Autoreifen. Wer regelmäßig an der Wertstoffinsel an der Adolf-Reichwein-Straße vorbeigeht, der kommt sich manchmal vor wie auf der Müllhalde.

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Unmittelbar neben Kindergarten und Schulzentrum Nord eskaliert die illegale Abfallentsorgung regelmäßig.

Entsorger Aha räumt denn auch ein: Neben der Wertstoffinsel am Freibad Bennigsen habe auch die an der Adolf-Reichwein-Straße „erhöhten Reinigungsbedarf“. Soll heißen: Hier schmeißen besonders viele Leute alles weg, wofür sie den Weg zum Wertstoffhof oder die Beauftragung einer Sperrmüllabholung scheuen. Das merkt auch Anwohnerin NDZ-Leserin Gisela Kruse. „Es ist mir ein Rätsel, wie Bürger unserer Stadt den Holzverschlag für die Glas- und Papiercontainer in eine derartige Müllkippe verwandeln mögen“, schreibt sie – und schickt jede Menge Fotos vom Zustand der Insel mit.

Die illegale Müllentsorgung ist durchaus ein Problem: 1000 Tonnen Abfall muss Aha jedes Jahr regionsweit auf eigene Rechnung entsorgen. Das sorge für „erhebliche Zusatzkosten“, sagt Aha-Sprecherin Helene Herich. Geld, das am Ende über die Gebühren wieder beim Müllkunden landet.

Die 19 Wertstoffinseln im Springer Stadtgebiet, betont Herich auf Anfrage, seien „in der Regel unproblematisch“ und würden nicht über Gebühr vermüllt. Dort fahre man zwei Mal wöchentlich zur Kontrolle und bei Bedarf auch zur Reinigung vorbei. In der Pflicht sieht sie jedoch auch die Bürger selbst: „Je mehr Menschen auf engem Raum leben und unterschiedlichste Arten von Abfall und Wertstoffen produzieren, desto wichtiger ist die fachgerechte und getrennte Sammlung.“

Regionsweit kümmere man sich mit sechs Zweier-Teams um die Kontrolle und Sauberhaltung von 700 Wertstoffinseln. Dass dabei jedes Jahr 1000 Tonnen illegal entsorgter Müll anfalle, sorgt für „erhebliche Zusatzkosten“.

Schon einmal musste der Entsorger in Springe handeln: Im Jahr 2016 baute man auf Druck von Stadt und Politik die Wertstoffinsel im Gewerbegebiet (Lausebrink/Philipp-Reis-Straße) in der Kernstadt ab. Hier waren besonders abends oder am Wochenende, wenn der Verkehr abnahm, viel Müll abgeladen worden. Das bestätigt auch Herich: „Grundsätzlich sind Wertstoffinseln, die einsehbar sind und wo viele Menschen sich bewegen, weniger vermüllt.“ Die soziale Kontrolle sei hier höher.

Wer eine verdreckte Wertstoffinsel bemerkt, kann sich an Aha wenden: „Wir bearbeiten jeden Hinweis“, sagt Herich. Die Servicehotline ist kostenlos unter 0800/ 9991199 erreichbar.

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