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Was aus den großen Vorhaben von Politik und Verwaltung wurde

Zu wenig Geld zum Sparen

Springe. Zehn Prozent auf alles außer Personal – mit diesem Sparvorschlag fürs nächste Haushaltsjahr ist Springes Bürgermeister Jörg-Roger Hische bei der Politik auf viel Skepsis gestoßen. Doch was ist die Alternative? Knapp 1,3 Millionen Euro wollten alle Beteiligten allein 2014 mit der XXL-Sparliste reinholen. Viele der Projekte stehen inzwischen aber auf der Kippe. Eine Bestandsaufnahme:

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VON CHRISTIAN ZETT

Da ist zum Beispiel die räumliche und organisatorische Zusammenlegung von Bücherei, Stadtmarketing und Tourist-Info. Allein damit sollten 150 000 Euro eingespart werden; 2016 wäre die Summe den Berechnungen zufolge gar auf 255 000 Euro angestiegen. Einzig: Passiert ist nichts. Das Konzept für die Zusammenlegung, das die Stadt der Region ankündigte, ist nach wie vor ungeschrieben. Hische verweist auf die Personalsituation der Stadt: „Ich habe niemanden, um das auszuarbeiten.“ Auch ein nötiger Umzug der Einrichtungen sei im Moment kaum finanzierbar: „Das sind immense Kosten.“

400 000 Euro Einsparung hatte die Stadt für die Rückgabe des Jugendamts eingeplant. Die Summe wird wohl geringer ausfallen: Nach einem Gerichtsurteil muss Springe wie andere Regionskommunen ohne eigenes Jugendamt eine Umlage zahlen.

Ein wunder Punkt im Rathaus dürften die Kindergärten sein: 150 000 Euro wollte man durch die Kündigung und Neuverhandlung laufender Verträge sowie Schließungen reinholen. Doch bei der Kita Holtensen winkte die Politik ab. Und die erste Vertragskündigung mit Neuvergabe hat die Stadt gerade eine Gerichtsniederlage gekostet. „Ohne neue Fachbereichsleitung und mit der Erfahrung, die wir gerade mit der Roten Schule gemacht haben, werden wir erst mal abwarten“, sagt Hische. Soll heißen: Die Neuaushandlung weiterer Verträge liegt auf Eis – und mit ihr die erhofften Einsparungen von 700 000 Euro bis einschließlich 2016.

Spannend dürfte sein, was die Sparverhandlungen des Rats mit den Ortsteil-Politikern ergeben haben. Offiziell liegt das Papier noch unter Verschluss. Durchgesickert ist aber bereits, dass die Runde ein Potenzial von bis zu 500 000 Euro ausgemacht haben will.

Doch ob darunter tatsächlich – wie im großen Konzept vorgesehen – 133 000 Euro für die Schließung von Sporthallen fallen, bis 2016 sogar 500 000 Euro, ist fraglich. Auch die Schließung der Verwaltungsaußenstelle Gestorf scheint vom Tisch. Offen ist, wie es mit den Freibädern weitergeht. Aus dem Bennigser Ortsrat war der radikale Vorschlag gekommen, die Standorte Altenhagen I und Eldagsen zu schließen. Wenn sich die Runde darauf geeinigt hätte, wäre das ein Paukenschlag.

Apropos Wasser: Das Hallenbad ist der letzte größte Punkt auf einer langen Liste. Von den erhofften Einsparungen von mehr als 200 000 Euro im Jahr ab 2014 ist die Stadt meilenweit entfernt: Die Summe wäre wohl nur mit der Gründung einer Genossenschaft zu stemmen. Und dafür gibt es bisher weder Pläne noch bereitwillige Ehrenamtliche.

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