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Zeitung und Kirche im Dialog

SPRINGE. Wer mit Sprache arbeitet, trägt große Verantwortung: Das hat eine Gesprächsrunde mit Jürgen-Peter Lesch, Mitwirkender an der Lutherbibel 2017, dem Redaktionsleiter der NDZ Christian Zett und Pastor Eckhard Lukow als Moderator deutlich gemacht. Der Titel des Gesprächs: „Dem Volks aufs Maul schauen.“

Eckhard Lukow (v.l.), Jürgen-Peter Lesch und Christian Zett diskutieren über den Umgang mit Sprache. Foto: Brinkmann-Thies

Autor:

Anne Brinkmann-Thies

„Dem Volk aufs Maul schauen – Wie gelingt Kommunikation in Zeitung und Gottesdienst heute?“, war das Motto bei der munteren Diskussionsrunde im Rahmen der Ausstellung „Luther to go“ in der St.-Andreas-Kirche.

Der berufliche Umgang mit Sprache verlange Regeln und ein besonderes Feingefühl, dabei müsse die Zielgruppe im Fokus stehen, waren sich die Diskussionsteilnehmer einig. Sprache in der Zeitung etwa sollte klar und deutlich sein. „Uns kommt es auf Verständlichkeit an“, erklärte Zett. Auch komplizierte Sachverhalte sollten quasi barrierefrei dargestellt werden.

Ein Gottesdienst hingegen solle auch in seiner Wortwahl etwas Besonderes darstellen jenseits des Alltags, befand Lesch. Luther habe gesagt, ein Gottesdienst solle belehren, erfreuen und bewegen. Und natürlich werde in einer Andacht anders gesprochen, als etwa im Umgang mit Kindern und Jugendlichen, berichtete Lesch, der als Landespfarrer in der Schülerarbeit tätig war.

„Ich spreche anders als meine Schüler“, erklärte er auf die Frage von Lukow nach Tabus in der Sprache. Gelegentlich einen jugendtypischen Begriff zu wählen, sei in Ordnung, sich anzubiedern, indem man die Jugendsprache imitiere aber sicherlich nicht.

Sprache werde in der journalistischen Tätigkeit variantenreich je nach Rubrik eingesetzt, so Zett. Eine unterhaltsame Glosse bediene sich einer anderen Sprache, um sich mit dem Leser zu verbinden, als ein Text über ein kommunalpolitisches Thema.

Und wann falle es schwer, etwas zu schreiben oder zu sagen, wollte Lukow wissen. Womöglich nicht genug über ein Thema wie etwa den Islam zu wissen, mache es für ihn schwierig, darüber zu sprechen, so Lesch. „Wie viel Wissen brauche ich?“: Diese Frage stelle er sich.

Redaktionsleiter Zett verwies auf Themen, die auch im Redaktionsteam diskutiert würden. Ob und wann wird etwa bei Straftaten die Nationalität des Täters genannt? Hier gebe es keine Patentlösung. In jedem Fall aber müsse die Entscheidung des Journalisten transparent erklärbar sein. Über die Macht des Wortes diskutierten auch die rund 30 Zuhörer der Diskussionsrunde: Sprache könne auch manipulieren, mahnte Besucher Karl-Heinz Friedrich mit Blick auf sogenannte Hassprediger. Eben das sei ein Plädoyer für die Verantwortung im Umgang damit, sagte Lukow.



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