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Zeissig baut in Saudi-Arabien

Völksen. Der Messebauer Zeissig aus Völksen ist bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Dieser Auftrag übertrumpft aber alles Bisherige: Für das Auswärtige Amt hat das Unternehmen den deutschen Themenpavillon für das 30. Janadriyah-Festival in Saudi-Arabien konzipiert und gebaut.

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Ein künstlicher Bachlauf im Grünen, die Kulisse einer Stadt im Wandel der Jahrhunderte, gepaart mit Kultur und Wirtschaft als urbaner Erlebnisraum vom Mittelalter bis in die Gegenwart – das ist Deutschland. Das Land der Ideen im Kleinformat. Zeissig hat das mit „Innovation als Tradition“ übersetzt und das Thema als begehbare Stadt realisiert: In Saudi Arabien präsentiert sich Deutschland auf Einladung des saudischen Königshauses im Februar mit einem Themenpavillon, der in Völksen erdacht worden ist.

Zeissig hat einen 81 Meter langen und 24 Meter breiten Wüstentempel auf 2000 Quadratmeter Grundfläche geschaffen. Festgemacht ist der Rundgang durch die exemplarische Stadtentwicklungsgeschichte Deutschlands an Kernthemen wie Handwerk, Wirtschaft und Bildung. Bei einem Bummel erfährt der Besucher, wie sich die Bereiche über die Jahrhunderte weiterentwickelt haben und welche Impulse daraus erwachsen sind. Exponate, Audio- und Video-Simulationen und interaktive Stationen vermitteln das Gefühl, mittendrin im Geschehen zu sein.

Während die fiktiven Straßenzüge im „Obergeschoss“ die architektonische Entwicklungsgeschichte vom Fachwerkhaus über Barock und Jugendstil eben bis hin zur Postmoderne nachzeichnet, präsentieren Konzerne wie SAP, VW und Airbus ihre Antworten für die Zukunft in den begehbaren Ladenlokalen. Das kulturelle Beiprogramm gestaltet das Goethe-Institut auf einer Außenbühne.

„Innovation als Tradition verkörpert Deutschland idealtypisch“, sagt Firmenchef Hartmut Zeissig. Schwieriger war für den erfolgreichen Messebauer, den Auftrag im vorgegebenen Zeitraum erledigen zu können: Das Auswärtige Amt wollte die Konzeptpräsentation innerhalb von 14 Tagen sehen. „Da bekommt man selbst mit guten Beziehungen für gewöhnlich nicht einmal ein Visum für Saudi-Arabien“, sagt Zeissig. Geschweige denn lässt sich ein tragfähiges Konzept mit Tiefgang und Aussagekraft in so kurzer Zeit ausarbeiten.

Zeissig intervenierte, konnte eine Woche Zuschlag herausholen und legte im Team los – ohne Wissen um die räumlichen Gegebenheiten vor Ort. Zum Glück hat das Unternehmen drei Jahrzehnte Erfahrung im Event- und Messebau rund um den Globus.

Ein Mitarbeiter fotografierte einen zerknüllten Grundriss der Halle. Die Aufnahmen wurden in Springe bearbeitet und wieder zusammengeführt. Bis auf einen Zentimeter Abweichung konnte so die Kulisse exakt geplant werden – zumindest auf der Fläche. Bei der räumlichen Höhe hingegen war man von üblichen Messestandards ausgegangen: „Als ich mir dann einen Tag nach der Präsentation in Saudi-Arabien erstmals die Halle anschaute, fehlten da plötzlich knapp zwei gedankliche Meter an Höhe“, erzählt Zeissig. Alles, was verzichtbar war, wurde abgebaut: Lampen, Deckenabhänge, Stromkanäle. Nur die Verrohrung der Klimaanlage blieb sichtbar unter der Decke und begleitet die Besucher entlang der Laufachsen durch die fotorealistische Zeitdramaturgie.

Der rote Faden der Ausstellung wird schon vor dem Wüstentempel aufgegriffen. Ein mittelalterliches Stadttor thront vor einer gläsernen Kulisse und bildet den Eingang. Bis zu 20 000 Besucher täglich strömen durch einen ersten Tunnel ins Gebäude, landen am Time-Gate und laufen an Fachwerk- und Jugendstilkulissen auf einer vorgezeichneten Route hinein in die digitale Gegenwart. Zwischendurch schneit es, danach werkeln mittelalterliche Handwerker. Exponate wie der VW XL1 als Hybridfahrzeug oder ein Modell des A 380 verkörpern den Zukunftskurs der deutschen Wirtschaft.



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