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Wülfinghausen: Mehler Straße tatsächlich eine Rennstrecke

WÜLFINGHAUSEN. Gibt es tatsächlich Autorennen in der Mehler Straße in Wülfinghausen? Anwohner Karsten Wilkening sagt: „Ja. Was hier passiert, ist nicht zumutbar.“ Sogar sein Kater ist der Raserei schon zum Opfer gefallen (wir berichteten).

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Sandra Hermes Redakteurin zur Autorenseite

„Tatsächlich hat Herr Wilkening recht“, sagt Bürgermeister Christian Springfeld. Oftmals hätten Anwohner zwar das Gefühl, dass Autofahrer zu schnell unterwegs sind, dem sei dann aber nicht so. „In diesem Fall haben wir es aber schwarz auf weiß.“ Bedeutet: Die Region Hannover als Baulastträger der Mehler Straße hat in den vergangenen Wochen eine Langzeitmessung dort durchgeführt. Das mobile Geschwindigkeitsmessgerät, das an wechselnden Standorten aufgestellt wird und Autofahrer angrinst, wenn sie sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten, beziehungsweise ein trauriges Gesicht zeigt, wenn sie zu schnell fahren, liefert auch Statistiken. Und die Auswertung ist erschreckend: „Der V85-Wert liegt bei 71 Stundenkilometern“, berichtet Springfeld. „Erlaubt ist Tempo 50.“

Die 85-Prozent-Geschwindigkeit ist eine Kennzahl. Sie wird errechnet, indem man die schnellsten 15 Prozent der Autofahrer einfach ignoriert. „V85“ ist dann jene Geschwindigkeit, die von 85 Prozent der Autofahrer nicht überschritten wird. Liegt diese Kennzahl über der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, herrscht Handlungsbedarf. In diesem konkreten Fall in Wülfinghausen heißt das, dass 85 Prozent der Autofahrer im Schnitt 71 Stundenkilometer fahren, obwohl nur 50 erlaubt ist. „Und die restlichen 15 Prozent fahren sogar noch schneller.“ Der Bürgermeister zeigt sich anhand der Daten schockiert.

„Hier ist Alarmstufe Rot angesagt.“ Als erste Maßnahme werde die Stadt ihre Geschwindigkeitstafel aufstellen. „Zumindest übergangsweise“, verrät Springfeld. „Die Region Hannover wird extra für den Standort ein neues Messgerät anschaffen, aber bis dahin wird die Stadt aushelfen.“ Das sei aber noch nicht alles. „Die Polizei haben wir auch direkt mit ins Boot geholt. Sie wird ab jetzt verstärkt an der Mehler Straße stehen und dort blitzen“, sagt der Bürgermeister „Das sind die Sofortmaßnahmen, die wir in die Wege leiten konnten.“

Dauerhaft werde die Region noch eine Verkehrsinsel errichten. „Aber das passiert nicht von heute auf morgen.“ Um den Vorgang zu beschleunigen, werde auch der Ortsrat einen entsprechenden Antrag bei der Region einreichen. „Damit das in der Behörde nicht in Vergessenheit gerät.“

Bürgermeister Christian Springfeld wäre gerne sogar noch einen Schritt weitergegangen. „Meiner Meinung nach muss die Ortsdurchfahrt dauerhaft zu einer Tempo-30-Zone werden. Aber da sei er bei der Region auf taube Ohren gestoßen. Es sei schließlich noch zu keinem schwerwiegenden Unfall mit Personenschaden gekommen. „Es muss halt erst etwas passieren“, sagt Springfeld.

Karsten Wilkening freut sich, „dass endlich etwas passiert“. Auch wenn er aktuell traurige Szenen erleben muss. „Seit Erscheinen des Artikels wird mir immer wieder der Stinkefinger von Autofahrern gezeigt.“ Aber das sei ihm egal. „Hauptsache hier geht es bald langsamer zu.“



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