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Workshop der Musikschule: Trommeln als Integrationshilfe

SPRINGE. Man muss nicht immer dieselbe Sprache sprechen, um miteinander zu kommunizieren – auch über Musik ist eine Verständigung möglich. Der Spaß an Musik bringt die Menschen zusammen, verbindet sie. Aus diesem Grund hat die Musikschule Springe einen ganz besonderen Workshop organisiert.

Musik verbindet: Junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund lernen im Jugendzentrum trommeln. FOTO: SZABO

Autor:

Patricia Szabo

Junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund konnten im Jugendzentrum verschiedene Instrumente ausprobieren und dabei andere Menschen dabei kennenlernen. Wie gut das klappen kann, hat das Team der Musikschule jetzt unter Beweis gestellt. Ein Besuch.

Im Jugendzentrum stehen Stühle und Instrumente im Kreis. Bereits einen halben Tag lang haben Geflüchtete und Deutsche unter der Leitung von Thomas Klawier, Johannes Ullmann, Corinna Huckwin und Kerstin Kothlow gemeinsam „Don’t Worry Be Happy“ und „Love Me Do“ erarbeitet. Zwei weltbekannte und vor allem fröhliche Songs, die nun an Trommeln, Cajon, Keyboard und Gitarren mit den Musiklehrern geübt wurden. Huckwin und Kothlow begleiten die einstudierten Lieder mit Gesang.

Auch wenn noch nicht jeder Ton saß, ging die Musik schnell ins Blut: Insgesamt nahmen 25 Jugendliche am Workshop teil. Ausgeschlossen wurde niemand. Obwohl sich das Projekt an ältere Jugendliche ab 15 Jahren richtete, kamen auch viele jüngere, die sich ausprobieren wollten und dazu auch die Chance bekamen, unter anderen Louis und Merfan, die im Rahmen des Workshops zum ersten Mal trommeln durften. „Es macht sehr viel Spaß“, sagte Louis. Nicht alle Teilnehmer waren blutige Anfänger. Für Jugendliche, die bereits Vorerfahrungen mitbrachten, gab es in den Songs auch schwierigere Parts, die für Fortgeschrittene geeignet seien, erklärte Klawier. „Wir wollen unsere Teilnehmer dort abholen, wo sie gerade sind.“

Und: gemeinsames Musizieren verbindet. „Das Projekt stärkt das Selbstbewusstsein und hilft bei der Traumabewältigung, denn die Musik befreit und berührt die Herzen“, sagte Kothlow.

Bei dem Projekt konnten die Jugendlichen zeigen, welche Talente sie haben oder ihre Kenntnisse erweitern.

In allen Songs waren stets Reggae-Elemente zu hören, denn in der Reggae-Musik fänden sich sowohl afrikanische Rhythmen als auch Rock- und Popelemente. „Eben von allem etwas“, so Klawier.

Auf den Workshop aufmerksam wurden die Jugendlichen durch Plakate und Aushänge. Auch in der Flüchtlingsunterkunft wurden sie über das Angebot informiert. Weil Musik eine wichtige Basis für die Integration schaffe und Kreativität fördere, wurde das Projekt vom Land bezuschusst.

Am Ende des Tages sind die Musiklehrer zufrieden. Die Teilnehmer planen bereits eine Fortsetzung des Seminars und sogar einen Auftritt.



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