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Wirtschaftsförderer will mehr Unternehmensgründungen

SPRINGE. In kaum einer Industrienation werden so wenig Firmen gegründet wie in Deutschland – auch in Springe sind Unternehmen wie Paulmann oder Wieland eher die Ausnahmen. Wirtschaftsförderer Daniel Behrens will das ändern – und das Thema jetzt in Angriff nehmen.

Von der Idee zum Geschäftsmodell: Daniel Behrens, der seit vier Monaten Wirtschaftsförderer in Springe ist, will die Springer bei Unternehmensgründungen beraten. „Gründungen sind wichtig, weil es Innovation bringt, Arbeitsplätze schafft und damit Spr
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

2015 gab es in Springe 200 Neugründungen, hat Behrens aus einer Statistik der Region Hannover herausgefiltert. Das Problem: Gleichzeitig gab es 180 Firmenaufgaben. „In dem Bereich passiert leider viel unter dem Radar.“ Genau das soll sich ändern. Behrens hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Springer, aber auch etablierte Unternehmen, die sich gerne erweitern möchten, bei Gründungen zu unterstützen. Aus diesem Grund will er den Gründungsabend, den Hannover-Impuls sechs Mal im Jahr anbietet, auch nach Springe holen. Ziel der Informationsveranstaltung ist es, einen ersten Überblick zu bekommen und verschiedene Möglichkeiten der Gründungsförderung kennenzulernen. „Heute ist das ein regelrechter Dschungel geworden. Gab es früher die Summe X, gibt es heute für jedes Vorhaben ein eigenes Förderprogramm. Es gibt zwar mehr Geld, dafür ist der Prozess intransparenter geworden, die Förderkulisse ist riesig.“ Dafür sei eine Gründung nicht mehr so kapitalaufwendig wie früher, als man ein hohes Anlagevermögen mitbringen musste.

Wer eine Geschäftsidee hat, sollte also vor der Gründung einen Experten hinzuziehen. Und diese Beratung will Behrens gerne übernehmen und helfen, die Hürden bei einer Gründung zu überwinden. „Die ersten zwei Jahre sind extrem schwer, weil man noch keinen Gewinn macht, aber wachsen muss, die Kosten sind hoch, aber das Unternehmen hat sich noch nicht etabliert“, erklärt Behrens. Innerhalb dieser zwei Jahre würden die meisten scheitern. „Wieder andere preschen vor, kümmern sich aber nicht um ein Konzept. Die Folge ist, dass es kein Geschäftsmodell gibt und die Idee nicht durchdacht wurde.“

So müsse auch ein Businessplan aufgestellt werden, damit das neue Unternehmen nicht scheitert. Hinzu kommt, dass es keine schulische Grundausbildung gibt. „Man kommt erst im Studium oder über die Familie zu dem Thema.“ Die Politik habe das zwar vor Jahren erkannt und sich die Firmengründung auf die Fahnen geschrieben, „aber es wurde zu lange stiefmütterlich behandelt und läuft daher nur sehr schleppend an“. Das führe dann zu der „hohen Fluktuation von Gewerbeanmeldungen und -abmeldungen“.

In Springe haben sich vor allem Unternehmen aus dem klassischen Bereich gegründet, also aus der Gastronomie, Einzelhandel und Friseure. Ganz weit vorne: der Handel, das Baugewerbe, aber auch das Gesundheits- und Sozialwesen.

Kaum vertreten sind hingegen die nicht klassischen, die hoch wissenschaftlichen Modelle, nämlich IT, Biotechnologie und Wissen. „Unser Ziel ist es daher auch, die Digitalisierung nach Springe zu holen.“ Behrens will sich dafür einsetzen, die neue Arbeitsform „Coworking“ zu integrieren. In diesen Büros arbeiten kleinere Startups oder digitale Nomaden gemeinsam und können auch voneinander profitieren. „Die Kommune darf nicht abgehängt werden.“ Ein Problem, Räume dafür in Springe zu finden, gebe es nicht. Vor diesem Hintergrund will Behrens für kommendes Jahr die Erstellung eines Leerstandskatasters in Angriff nehmen.

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