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Wir werden wieder mehr

Springe. Mit dieser Entwicklung hatte niemand im Rathaus gerechnet: Der Bevölkerungsrückgang in Springe ist gestoppt. Seit dem Jahr 2002 ging die Einwohnerkurve stetig bergab, jetzt steht am Ende der Bilanz erstmals wieder ein Plus. Die Gründe für das unverhoffte Wachstum sind vielfältig.

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In der Deisterstadt wurden zuletzt teilweise nicht einmal 200 Babys geboren. Zwischen Januar und Dezember 2014 kamen 208 Neuspringer zur Welt – ein kleiner Aufwärtstrend, der in der Statistik zusammen mit anderen Faktoren das Erfolgsergebnis ergibt. Denn auch die Zahl der Sterbefälle ist erstaunlicherweise gesunken. Im Jahr 2012 mussten 351 Springer beerdigt werden, in 2013 waren es sogar 371 Personen. 2014 gab es dagegen nur 326 Todesfälle.

Auch die Zahl der Familien, die in die Deisterstadt ziehen, steigt kontinuierlich. Zwar gibt es auch bei den Wegzügen ein Plus, aber das ist gering. Das Saldo in der Kategorie „Geburten und Sterbefälle“ betrug im vergangenen Jahr minus 118 Personen. Die Differenz war in jedem der fünf vorherigen Jahre größer. Die Bilanz bei den „Wanderungen“ (Zu- und Wegzüge) ging mit einem Plus von 140 Personen aus. Hier schwankte der Wert zuletzt sehr; zwischen minus 63 und plus 157.

Zum Jahreswechsel waren 29 111 Springer gemeldet. Damit hat sich die Deisterstadt auf den Stand von 2011 zurückgekämpft. Ohne den wachsenden Zustrom von Flüchtlingen wäre das nicht möglich gewesen: 2009 wohnten laut Statistik 28 385 Personen mit deutschem Pass und 1146 Ausländer in Springe. Jetzt sind es 27 553 Deutsche und 1541 Ausländer. Starke Zuwächse gibt es vor allem von Personen aus Syrien, Polen, dem Balkan, der früheren Sowjetunion sowie Griechenland, Ungarn und Bulgarien. Wer Flüchtling ist und wer nicht, wird nicht gesondert aufgeführt.

Einen Schönheitsfehler hat das Zahlenwerk: Wenn der Landesbetrieb für Statistik im Spätsommer seine Erhebungen bekannt gibt, dürfte Springe wieder um mehrere hundert Bürger schrumpfen. Zwischen den Zahlen des Rathauses und dem amtlichen Ergebnis gibt es traditionell eine deutliche Differenz. „Der Aufwärtstrend dürfte sich auch bei dem Wert des Landesbetriebs widerspiegeln“, ist Springes stellvertretender Ordnungsamtsleiter Karsten Kohlmeyer überzeugt.

„Das ist eine schöne Nachricht“, kommentierte Bürgermeister Jörg-Roger Hische gestern die Meldung aus seinem Haus. „Ich freue mich. Aber ich lasse jetzt keine Sektkorken knallen.“ Schließlich wisse niemand, „ob wir der Trend mittel- bis langfristig halten können. Wir müssen uns das mit einigem Abstand noch einmal genau angucken.“ Das, was gerade wie eine Entwicklung aussehe, könne auch purer Zufall sein. Er sei aber davon überzeugt, „dass Springe ein attraktiver Wohnstandort mit einem hohen Naherholungswert ist“.

mari



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