weather-image
Biogasanlage: Bürgerforum der Interessengemeinschaft Schwarzer Koppelweg stößt auf große Resonanz

„Wir werden uns nicht widerstandslos ergeben“

Springe (col). „Heute hauen wir auf den Putz“, kündigt ein Mann noch vor dem Betreten des Kulturheims an. Andere haben schon resigniert: „An dem, was die Politiker entschieden haben, können wir sowieso nichts mehr ändern.“ Stein des Anstoßes ist die geplante Biogasanlage am Schwarzen Koppelweg. Die Interessengemeinschaft gegen den Bau der Methangasfabrik hat zu einem „Bürgerforum“ eingeladen. Die Resonanz ist groß: etwa hundert Bürger und Parteivertreter kommen.

270_008_4727670_Biogas_0314.jpg

Moderiert wird die Veranstaltung von Friedrich Schröder, der 30 Jahre in der Energiewirtschaft tätig war und nach eigenen Worten „in Windrichtung der geplanten Anlage wohnt. Der Rat macht Tempo, der Bau soll bald beginnen. Wir wollen heute nicht den Sinn einer Biogasanlage in Frage stellen, sondern den Standort“, macht Schröder deutlich.

Als einer der Sprecher der Interessengemeinschaft erläutert Olaf Klemm, welche Auswirkungen er erwartet: Lärm, Geruch, dramatische Verkehrszunahme, Zerstörung der Landschaft und ein Wertverlust der Immobilien. „Über Nacht verliert unser Eigentum 20 bis 30 Prozent seines Wertes“, glaubt Klemm.

Gertrud Stechmesser vom Verband „Initiativen mit Weitblick“, der bundesweit gegen Biogasanlagen Front macht, hält den Bebauungsplan der Stadt für „rechtlich nicht zulässig“, weil die Nutzungsbedingungen separat geregelt seien. Das will Verwaltungsvize Hermann Aden so nicht stehen lassen: „Haben Sie den Plan gelesen? Sind Sie Juristin?“, hält er Stechmesser kritisch entgegen. Im Publikum werden Stimmen laut: „Hier werden Horrorszenarien an die Wand gemalt, die ich nicht nachvollziehen kann“, schüttelt ein Zuhörer aus Alvesrode den Kopf.

Auch Grünen-Bürgermeisterkandidatin Elke Thielmann-Dittert schaltet sich in die hitzige Debatte ein. Sie macht der Interessengemeinschaft jedoch wenig Hoffnung: „Ich gehe davon aus, dass wir Ende des Jahres am Schwarzen Koppelweg eine Biogasanlage haben.“ Sie ruft zur Gründung eines Runden Tisches unter Federführung der Stadtverwaltung auf, denn es seien noch weitere Anträge für Biogasanlagen zu erwarten. Die Diskussion bezeichnet Thielmann-Dittert aber als „fast unsachlich“ und als „Ängsteschürerei“.

Die Interessengemeinschaft will weiter kämpfen, notfalls auch vor Gericht ziehen. „Wir werden uns nicht widerstandlos ergeben“, sagt Schröder abschließend.

Während des „Bürgerforums“ wird heiß diskutiert.

Foto:col



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt