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…sagt CDU-Schulexpertin Elke Riegelmann / Lob für „vernünftige Einsicht“ bei SPD und Grünen

„Wir haben der IGS viel zu verdanken“

Springe. Nach dem über Jahre, teilweise erbittert geführten Streit um die Zukunft der Springer Schullandschaft stehen die Zeichen nun offenbar auf Annäherung. Vertreter von CDU und FDP begrüßen den Kompromissvorschlag von SPD und Grünen für eine Integrierte Gesamtschule (IGS) ohne eigene Oberstufe (NDZ berichtete).

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Autor:

Marc Fügmann

Dass insbesondere die SPD von dieser alten Forderung abrückt, lobt Elke Riegelmann als „vernünftige Einsicht“. Im Gegenzug schlägt aber auch die CDU-Stadtverbandsvorsitzende versöhnliche Töne an. „Wenn sich die Springer Eltern eine IGS als zweite weiterführende Schulform neben dem Gymnasium wünschen, müsste ich mit dem Klammerbeutel gepudert sein, wenn ich dazu Nein sagen würde.“

Riegelmann, die die IGS-Forderung noch 2009 als „Sozialromantik der 70er Jahre“ bezeichnet hatte, kann der IGS nun sogar Gutes abgewinnen. „Wir haben ihr viel zu verdanken“, sagt sie und verweist hierbei auf das „Ausprobieren neuer Lernformen“. Von den Erfahrungen hätten auch alle anderen Schultypen profitiert. Ohnehin seien die Unterschiede zwischen den einzelnen Angeboten heute längst nicht mehr so groß wie früher.

Riegelmann lässt zwar nach wie vor keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie selbst durchaus auf eine Gesamtschule verzichten könnte, sagt aber auch: „Die IGS war nie ein Schreckgespenst für mich.“ Sie fühle sich deshalb auch völlig zu Unrecht als Hardlinerin abgestempelt.

In der Vergangenheit sei die Debatte „viel zu ideologisch geführt“ worden. Das habe auch daran gelegen, dass viele Beteiligte nicht gewusst hätten, worüber sie reden. Ausdrückliches Lob bekommt von ihr dagegen Grünen-Chef Matthias Gleitze – wie Riegelmann studierter Lehrer. Dessen pragmatische Herangehensweise sei sehr begrüßenswert. Gleitze hatte gegenüber der NDZ eine vierte Oberstufe für Springe als unrealistisch bezeichnet.

Den Pragmatismus des Grünen-Chefs teilt Riegelmann auch an anderer Stelle: und zwar beim Thema Gastschulbeiträge. Wenn Springe hier künftig jedes Jahr einen mittleren sechsstelligen Beitrag einsparen könne, sei das sicherlich ebenfalls ein nicht zu vernachlässigender Aspekt.

Das weitere Vorgehen müsse nun vom eigens gegründeten Runden Tisch abgestimmt werden. Entscheidend sei die Frage: Was wollen die Springer Eltern? Riegelmann jedenfalls sagt: „Ich bin für alles offen, was unsere Schulen auf sichere Beine stellt.“

Der Schutz des Otto-Hahn-Gymnasiums ist nicht nur der CDU-Politikerin (die dort selbst unterrichtet) ein Anliegen, sondern auch dem FDP-Vorsitzenden Klaus Nagel. Er freue sich, dass SPD und Grüne in den vergangenen Monaten Signale ausgesendet hätten, die dies unterstützen. „Dass sie das jetzt auch öffentlich gesagt haben, ist gut“, meint Nagel. Welches Etikett die neue Schulform neben dem Gymnasium trage – „ob nun Oberschule oder IGS“ – das sei ihm egal.

Auch im Rathaus geht man inzwischen fest davon aus, dass Springe eine IGS bekommen wird, sobald der Landtag die Voraussetzungen auf eine Vier- beziehungsweise ausnahmsweise Dreizügigkeit herabsetzt. Bürgermeister Jörg-Roger Hische (parteilos) hält eine Einführung zum Sommer 2014 für nicht unwahrscheinlich. Formal werde zunächst eine erneute Elternbefragung erforderlich.

Dass das Schulzentrum Nord Standort einer künftigen IGS werden wird, ist indes keinesfalls so sicher, wie Hische glaubt. Für den SPD-Vorsitzenden Eberhard Brezski macht es nach eigenen Worten durchaus Sinn, vor dem Hintergrund der angestrebten Zusammenarbeit auch die räumliche Nähe zum OHG zu suchen. Würde bedeuten: Einzug ins Schulzentrum Süd. Mit Blick auf die rückläufigen Schülerzahlen scheint diese Variante nicht unrealistisch.

Offen wäre dann, was aus dem SZ Nord wird, wenn Haupt- und Realschule in der IGS aufgehen. Viele Fragen, mit denen sich der Runde Tisch in den kommenden Monaten beschäftigen muss. Das nächste Treffen ist bereits am Montag.



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