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Winterzeit: Jägerschaft warnt vor erhöhtem Unfallrisiko

SPRINGE. Es ist nass, es ist rutschig und es ist neblig: Der Herbst zeigt sich aktuell für Autofahrer von seiner gefährlicheren Seite. Auch die bevorstehende Zeitumstellung birgt Gefahren. Sabine Warnsmann von der Jägerschaft Springe erklärt, was Autofahrer jetzt beachten müssen.

Wildschweine sind in der Winterzeit eine Bedrohung für Autofahrer. Foto: Archiv
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Sandra Hermes Redakteurin zur Autorenseite

SPRINGE. Es ist nass, es ist rutschig und es ist neblig: Der Herbst zeigt sich aktuell für Autofahrer von seiner gefährlicheren Seite. Und Besserung ist nicht in Sicht. Wenn in der Nacht zum Sonntag die Uhren um eine Stunde zurückgestellt werden und es früher dunkel wird, steigt das Unfallrisiko, denn der Berufsverkehr findet dann noch häufiger abends in der Dunkelheit statt.

Das Wild stört das nicht. Es kennt keine Zeitumstellung. „Die Maisfelder sind mittlerweile alle abgemäht und jetzt suchen die Wildschweine nach einem neuen Unterschlupf für die Nacht“, erklärt Sabine Warnsmann von der Jägerschaft Springe. Das Schwarzwild, das nur in Rotten unterwegs ist, sei in der Morgen- und Abenddämmerung auf der Suche nach Futter. Und: Es sei unberechenbar. Sie selber habe schon viele leuchtende Augen am Straßenrand wahrgenommen. Aber nicht nur Wildschweine sind in der Dämmerung unterwegs – sondern auch Füchse und Rehe.

In Springe gab es im vergangenen Jahr zahlreiche Wildunfälle. „Am Ende eines Jagdjahres liegt uns immer eine Statistik vor. Jeder Jagdpächter muss genauestens dokumentieren, welche Tiere in seinem Revier geschossen wurden und welche per Wildunfall zu Tode gekommen sind“, merkt Warnsmann an.

Das habe einen einfachen Grund. „Es darf immer nur eine bestimmte Anzahl an Wild geschossen werden. Immerhin ist es unsere Aufgabe, nachhaltig zu jagen. Wenn aber die Tiere durch einen Wildunfall verenden, dürfen sie nicht mehr verwertet, sondern müssen begraben werden“, erklärt sie. Die aktuellen Zahlen liegen Warnsmann nicht vor – aus Erfahrung wisse sie aber, dass Wildunfälle in Springe keine Seltenheit seien.

Daher rät die Fachfrau allen Autofahrern zu besonderer Vorsicht. „Gerade in der Dämmerung sollten sich alle an die vorgegebene Geschwindigkeit halten. 70 heißt dann auch 70“, mahnt sie. Und wenn trotzdem ein Tier auf der Straße auftauche, dürfe ihm auf keinen Fall ausgewichen werden. Warnsmann sagt: „In einer solchen Gefahrensituation gilt es, das Lenkrad fest zu umgreifen, zu bremsen und auf das Tier drauf zu halten.“ Mit panischen Ausweichmanövern gefährde man nur sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer.

Doch was passiert, wenn man tatsächlich ein Tier erfasst? Wichtig sei, sich immer gleich bei der Polizei zu melden. „Allein aus Versicherungsgründen muss die Polizei sofort informiert werden“, beschreibt die Jägerin das Prozedere. Die Beamten würden dann den zuständigen Förster in Kenntnis setzen.

Zwar werden seit einiger Zeit Leitpfosten an den Straßen mit speziellen blauen Reflektoren ausgestattet, die zum Beispiel Rehe, Hirsche und Wildschweine davon abhalten sollen, auf die Straße zu laufen, wenn sich ein Auto nähert, „aber in Springe sind diese noch eine Rarität“, sagt Warnsmann. Hier könne noch nachgerüstet werden.

In Boitzum und Wülfingen etwa habe sie schon viele blaue Reflektoren wahrgenommen. „An der B 217 wurden lediglich Silberstreifen an den Bäumen angebracht.“ Die würden die Tiere zwar auch abschrecken, seien aber nicht so effektiv: „Blaue Reflektoren halten scheue Wildtiere auch wirklich zurück, weil sie das Licht als Bedrohung wahrnehmen.“



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