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Windkraft-Streit: Firma will bauen

LÜDERSEN. Im Streit um die Windräder bei Lüdersen verhärten sich die Fronten: Während die Projektfirma UKA die Pläne für einen Anlagenbau vorantreibt, arbeitet die Stadt an einem eigenen Verfahren, um das Vorhaben zu verhindern. Und stößt dabei wiederum auf die Gegenwehr der örtlichen Bürgerinitiative.

Sehen schön aus – sorgen aber für Ärger: Stadt und Initiative streiten sich um das richtige Vorgehen gegen die bei Lüdersen geplanten Windenergieanlagen. Foto: DPA
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Wer will eigentlich was? Ein Überblick.

DIE FIRMA

Die UKA-Gruppe aus Sachsen hatte bei der Region einen Antrag auf den Bau von insgesamt 13 je 232 Meter hohen Windrädern gestellt – auf einer Fläche zwischen Lüdersen, Pattensen und Hemmingen. Doch weil die Deutsche Flugsicherung Einspruch erhob, scheiterten die Pläne. Vorerst. Denn bei UKA hat man nicht aufgesteckt: Die Firma sei gegen die Ablehnung der zuständigen Region in Widerspruch gegangen: „Wir glauben an das Gebiet und treiben daher Aktivitäten an verschiedenen Stellen voran“, so eine Sprecherin. Zu den Aktivitäten gehört die gerade erfolgte Gründung einer Tochterfirma mit dem Namen „Umweltgerechte Bürgerenergie Springe GmbH“. Deren ausgewiesenes Ziel: die „Entwicklung eines Windenergieparks mit insgesamt bis zu 6 Windenergieanlagen“. Erfolgen solle der Bau demnach „insbesondere in der Gemeinde Springe“

DIE STADT

Im Rathaus will man weiter daran arbeiten, den eigenen Flächennutzungsplan zu durchforsten – im gesamten Stadtgebiet. Das Ziel: Mögliche Windkraftflächen „in der Tiefe“ zu untersuchen, wie es Bürgermeister Christian Springfeld nennt: Genau das habe das Regionale Raumordnungsprogramm nicht leisten können. Die Verwaltung, die sich selbst gegen die Flächen ausgesprochen hatte, spekuliert darauf, dass sich etwa bei den Untersuchungen der Biologen Gründe finden, die Nutzung für Windkraft generell zu unterbinden. Dazu kommt: Laut Verwaltung könne man während der mehrmonatigen Erarbeitungsphase auch eventuelle Anträge zurückstellen: „Sonst müssten wir jetzt zusehen, wie vor unserer Nase gebaut wird.“ Wenn die Stadt die Windräder verhindern kann, könne die Region bei einer Neuaufstellung des Raumordnungsprogramms die Flächen auch generell herausnehmen, so Springfeld.

DIE INITIATIVE

Die Bürgerinitiative „Gegenwind“, in der man sich in Lüdersen frühzeitig gegen die Pläne formiert hat, geht weiter auf Konfrontationskurs zum Bürgermeister. Knackpunkt ist ein Ratsbeschluss aus dem Dezember: Laut Protokoll hatte der Rat damals fast einstimmig entschieden: „Sofern die Ausweisung der Fläche nicht verhindert werden kann, wird die Verwaltung ein Normenkontrollverfahren einleiten.“ Doch während Springfeld davon ausgeht, dass die Stadt mit ihrer Nutzungsplan-Änderung genau diesen Versuch weiter verfolgt, sieht man das bei Initiative und Lüderser Ortsrat anders: Die Ausweisung der Fläche im Raumordnungsprogramm sei nicht verhindert worden – die Stadt müsse das Verfahren also einleiten, sobald das Papier – wahrscheinlich im August – in Kraft tritt: „Daher ist es auch geboten, jetzt diese rechtlichen Schritte vorzubereiten“, heißt es in einer Mitteilung der Initiative.

Dass sich Springfeld im Juni im Rat erneut gegen die Einleitung des Verfahrens wehrte, habe „Befremden“ beim Vorstand ausgelöst. Dort sieht man das Sammeln von Gründen, das die Stadt mit Blick auf den Flächennutzungsplan betreibt, als „eine völlig andere Sache und obendrein noch völlig überflüssig“ an: Das Einleiten des Kontrollverfahrens habe nichts damit zu tun. Springfeld empfehlen die Anlagengegner um den Vorsitzenden Michael Buckup „dringend die Lektüre des Ratsbeschlusses vom Dezember“ sowie einen „Nachhilfekurs in den Grundregeln der kommunalen Selbstverwaltung. Auch er muss sich an den Beschluss des Rates halten, ob der ihm passt oder nicht.“



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