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Windkraftanlagen: Es hat sich ausgedreht

SPRINGE. Die Deutsche Flugsicherung hat die Windkraftflächen bei Lüdersen und die Erweiterung des Gebiets bei Gestorf quasi auf Eis gelegt. Die Stadt sieht sich bestätigt.

Windrad

Die Sicherheitsbedenken, die die Behörde anführt, betreffen insgesamt sogar 75 Prozent aller ausgewiesenen Flächen in der Region Hannover, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann. Dort dürfen demnach keine Anlagen aufgestellt werden. Die Stadt fühlt sich durch die Entwicklung bestätigt.

Ob nun innerhalb Springes neue Flächen ins Spiel kommen, sei „reine Spekulation und Kaffeesatzleserei“, sagt Abelmann. Das Problem: Sollten die Sorgen der Flugsicherung nicht ausgeräumt werden können, würde die Region ihre selbst festgelegten Klimaziele verfehlen. Neben der Fläche bei Lüdersen war zuletzt auch die Erweiterung der bereits seit Jahren bestehenden (und mit Anlagen bebauten) Fläche bei Gestorf im Gespräch.

Die Stadt hatte frühzeitig gegen beide Varianten protestiert: Halte auch Pattensen an den geplanten Konzentrationszonen fest, gebe es etwa in Gestorf in allen vier Himmelsrichtungen Windkraftanlagen. Das heißt: Es gebe keine Blickrichtung mehr, die nicht durch die Räder verstellt wäre, betonte die Stadt im August 2018. Während das Gebiet bei Lüdersen bereits durch die Bundeswehr als Flugkorridor lahmgelegt war, sei die Extra-Fläche bei Gestorf durchaus noch in der Planung gewesen, so Abelmann. Der Bundesgerichtshof hatte bereits vor rund zwei Jahren entschieden, dass Windräder nicht zulässig sind, wenn die Flugsicherung Bedenken anmeldet. Konkret befürchtet die Behörde, dass Funksignale durch Windräder gestört würden. Die Signale helfen den Piloten dabei, ihre Flugzeuge richtungsgenau zu den Flughäfen zu steuern.

Keine Probleme bei der Genehmigung der Anlagen gebe es laut Abelmann damit nur noch im Bereich Uetze und in Neustadt. Unklar sei aber auch, wie die Normenkontrollverfahren ausgehen werden – ein solches läuft auch aus Springe derzeit gegen das Raumordnungsprogramm und die Ausweisung der Windvorranggebiete bei Lüdersen (wir haben berichtet). „Solange da nichts entschieden ist, wird sich kein Investor melden“, sagt Abelmann.

Bürgermeister Christian Springfeld fühlte sich gestern im Vorgehen der Stadt bestätigt: Bei der Ausarbeitung des eigenen Flächennutzungsplans sei man ebenfalls auf die Abstände zu den Flugsicherungsanlagen gestoßen. Daher habe man auch empfohlen, auf das Normenkontrollverfahren zu verzichten. Die Stadt konnte sich aber nicht gegen den Rat und die Bürgerinitiative „Gegenwind“ durchsetzen.

Aus Springfelds Sicht erfüllt die Stadt mit den bestehenden Anlagen bei Gestorf ihre gesetzliche Pflicht, Windkraftflächen auszuweisen: „Was die Region nun vorhat, steht auf einem anderen Blatt.“ Wie es dort weitergeht, sei noch unklar, sagt Abelmann. Klar ist: Die Region will das Gespräch mit der Deutschen Flugsicherung suchen.



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