weather-image

Windkraftanlage: Lüderser streben Normenkontrollklage an

LÜDERSEN. Während seiner konstituierenden Sitzung hat der Lüderser Ortsrat am Mittwochabend deutlich Stellung gegen den geplanten Windpark westlich des Bergdorfs bezogen.

Annette Corinth (v. l.), Michael Buckup und Genja Gerber vom Verein „Gegenwind Lüdersen“ stellen neuen Flyer vor. Foto: Brinkmann-Thies

Autor:

Anne Brinkmann-Thies

Mit einer Normenkontrollklage gegen das Regionale Raumordnungsprogramm 2016 soll die Stadt Springe nach dem einstimmigen Wunsch des Gremiums versuchen, die Vorrangfläche für die Windkraftanlagen aufzuheben. Grund Für die Klage ist der Verdacht erheblicher Abwägungsfehler bei der Ausweisung der Fläche.

„Wir bezweifeln, dass die Region alle Einwendungen auch wirklich berücksichtigt und geprüft hat“, sagte Ortsbürgermeisterin Ursel Postrach. Bei den von dem potenziellen Betreiber UKA geplanten 14 Anlagen vor den Toren von Lüdersen mit einer Höhe von 230 Metern handele es sich um die höchsten, die je in Europa gebaut worden seien, erklärte SPD-Fraktionssprecher Wilfried Haun. Seine Fraktion hatte den Antrag eingebracht, den auch die CDU-Fraktion einhellig unterstützt.

Nirgendwo sonst gäbe es in dieser Konzentration in einer dicht besiedelten Region derartige Anlagen. Und es gebe keine Erkenntnisse über die Beeinträchtigung oder Verträglichkeit von Anlagen dieser Höhe auf Menschen, Natur und Umwelt, erläuterte Haun.

Ebenso wenig seien die zahlreichen Hinweise auf Konflikte mit Artenschutz, Gesundheitsschutz und die Beeinträchtigung eines einmaligen Landschaftsbildes hinreichend untersucht worden, begründet die SPD-Fraktion den Antrag. Die Region habe das Windpark-Vorranggebiet unter großem Zeitdruck erweitert und ausgewiesen. Unberücksichtigt geblieben waren dabei 1600 Unterschriften von Bürgern sowie hunderte bei der Region eingereichte konkrete Einwendungen gegen die Ausweisung der Flächen. Die Klage hat auch Aussicht auf Erfolg. Immerhin hat das Niedersächsische Verwaltungsgericht in Lüneburg ein bereits ausgewiesenes Vorranggebiet für nichtig erklärt und damit einen Präzedenzfall geschaffen.

Nun ist der Stadtrat am Zug, an den Ortsbürgermeisterin Postrach den Antrag bereits weitergeleitet hat. Mehrheitlich muss er über einen möglichen Klageweg entscheiden. Denn nur die Kommune, Träger öffentlicher Belange oder ein Betroffener kann eine Normenkontrollklage anstrengen.

Am Rande der Ortsratssitzung machte der Verein „Gegenwind Lüdersen“ deutlich, warum der Windpark mit Hilfe der Klage verhindert werden soll. „Wir sehen uns als Versuchsfeld, Anlagen in derartigen Dimensionen gab es noch nie“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende Michael Buckup. „Auch in den Nachbarorten Gestorf, Bennigsen, ja sogar in Völksen würden die Windräder zu sehen sein“.

Die mögliche Gesundheitsgefährdung sei seitens der Region nicht bedacht worden, hob Buckup hervor. Der Verein hat ein neues Faltblatt drucken lassen, das auch auf dem Adventsmarkt am Sonnabend in Lüdersen verteilt werden soll.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt