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Wiedereröffnung der „Deisterpforte“ rückt in weite Ferne

SPRINGE. Im Oktober soll die „Deisterpforte“ eröffnen – nur das Jahr, das stehe noch nicht fest, sagt Investor Folker Lange mit einem ironischen Unterton: Während der umfangreichen Sanierung des traditionellen Ausflugslokals seien weitere bauliche Überraschungen aufgetaucht, die er so nicht habe absehen können.

Verrottendes Holz, marode Balken, kein Putz oder Fundament: Derzeit ist die Deisterpforte eine reine Baustelle. Lediglich das Dach und ein Teil der Fassade seien fertiggestellt, sagt Investor Lange. FOTO: HELMBRECHT
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Ein Problem: Es gibt kein Fundament mehr unter dem großen Saal – der Boden steht quasi auf Erde. Im früheren Clubzimmer sind dagegen mehrere verschiedene Untergründe gefunden worden – nur ein Beispiel für die Flickschusterei, auf die Lange gestoßen ist. Dazu kommt: „Der Boden war immer nass, überall waren Pfützen.“ Das Gebäude sei von außen bereits abgedichtet worden, neue Fenster wurden installiert. Eine Drainage zur Entwässerung des Bodens sei rund um das Gebäude verlegt worden, zudem seien mehrere Gräben gezogen worden, um die Feuchtigkeit aus den Mauern zu holen. „Das habe ich so nicht geahnt – die Ausschachtung war sehr aufwendig“, blickt Lange zurück.

Nur aufgrund des vielen Regens in den vergangenen Monaten konnte Lange dem Problem auf den Grund gehen und die undichten Stellen suchen. „Sonst hätte ich weitergemacht und irgendwann wieder von vorne beginnen müssen.“ Jetzt fange das Haus endlich an zu trocknen. „Dennoch steht uns noch viel Arbeit bevor.“

Genau ein Jahr ist es jetzt her, dass Lange mit der Sanierung der Gaststätte über den Dächern Springes begonnen hat. Mehr als 300 Tonnen Schutt sind inzwischen abgefahren, die Anlage komplett entrümpelt. Wände sind abgetragen, marode Balken ersetzt. Letztere seien aufgrund des Wasserproblems richtiggehend weggegammelt: „Das Haus hatte also nasse Füße.“ Ein neues Dach sei bereits fertiggestellt.

Zudem müssen alle Wasser- und Elektroanschlüsse neu verlegt sowie Sanitäranlagen und eine Heizung installiert werden. „Die Außenfassade ist aber schon zu 70 Prozent fertig.“ Die gute Nachricht: Schimmel soll es in dem Bau nicht gegeben haben.

„Meine Devise ist: Leicht kann jeder“, zeigt sich Lange optimistisch. Sogar einige Wasserrohre aus Blei, die längst nicht mehr verbaut werden dürfen, habe er gefunden.

Er räumt aber auch ein, dass ein Abriss sehr viel günstiger gewesen wäre. „Aber dann wäre es ja nicht mehr die
Deisterpforte gewesen. Wir wollen möglichst viel vom Charakter erhalten.“ Trotz aller Hürden habe er noch Spaß an dem Projekt. „Und ich habe mir das Ziel gesetzt, dass alles fertig ist und hier nichts halbherzig gemacht wird, wenn wir eröffnen.“ Auf einen konkreten Zeitpunkt will er sich nicht festlegen, auch wenn zahlreiche Springer ihn darauf ansprechen: „Man sieht ja, dass in Springe gerade immer mehr wegbricht.“



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