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Wie Springe gegen das Insektensterben kämpfen will

SPRINGE. Farbenprächtige Blühstreifen sind nicht nur ein toller Hingucker, sondern auch ein wichtiges Zeichen gegen das dramatische Insektensterben.

Bei einem Spaziergang informieren sich die Teilnehmer über das Anlegen einer Blühfläche. FOTO: SZABO

Autor:

Patricia Szabo

Die Krefelder Studie verzeichnet inzwischen einen Insektenrückgang von mehr als 75 Prozent. Unter dem Motto „Wir bringen unsere Stadt zum Blühen!“ referierten jetzt Botaniker, Biologen und Förster über den Rückgang von Insekten und eine insektenfreundliche Gestaltung des eigenen Gartens.

Der Naturschutzbund Springe und das Forstamt Saupark wollten mit der gemeinsamen Veranstaltung auf das Insektensterben aufmerksam machen. Der drastische Rückgang habe inzwischen katastrophale Ausmaße erreicht. Als ersten Schritt wollen Nabu und Landesforsten die Springer dazu motivieren, mehr Blühflächen anzulegen. Ob ein Stopp oder gar eine Kehrtwende eingeleitet werden kann, bleibt ungewiss. Wo Insekten verhungern, haben es auch andere Insektenfresser wie Vögel, aber auch Menschen schwer, denn die heimischen Blüten- und Kulturpflanzen wie Raps oder Obst sind auf die Bestäubung angewiesen – das wissen auch die Landwirte.

Der Botaniker und Fachreferent für Bienenpflanzen Bernhard Jaesch präsentierte eine Reihe von Pflanzen, die sich als hervorragende Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge anbieten. Anstelle eines Rasens empfahl er, Wiesenstauden in den Garten zu pflanzen.

Während eines anschließenden Spaziergangs bekamen die Teilnehmer die Möglichkeit, sich über das Anlegen einer Blühfläche auf dem Ackerland zu informieren. Es sei auch im Interesse der Jägerschaft die Artenvielfalt zu erhalten, weil es für die Wildtiere gut ist, sagte Forstamtsleiter Christian Boele-Keimer. Die Tiere profitierten von den Blühstreifen am Wegesrand: „Die Tiere finden darin Schutz und Zuflucht vor Fressfeinden. Die Rebhühner können in dem wilden Pflanzenwuchs brüten, wenn die Felder abgeerntet sind“, so Boele-Keimer, der im Rahmen einer Exkursion nach der Informationsveranstaltung im Jagdschloss den Lehrpfad des Jägerlehrhofs präsentierte. Dort wurde ein Teil der angrenzenden Ackerfläche um eine acht Meter breite und 500 Meter lange Blühfläche erweitert.

Doch nicht nur Landwirte und die Jägerschaft möchten sich aktiv am Schutz der Insekten beteiligen. Auch Springer werden dazu angehalten, etwas gegen den Rückgang zu tun. Christian Albert vom Nabu Springe kritisierte etwa die vielen Steingärten. „Angesichts der Rasanz des Insektensterbens müssten diese verboten werden“. Aus diesem Anlass bekamen alle Teilnehmer ein Tütchen mit rund 40 Wildblumenarten geschenkt. Die Saatgutmischung enthält insektenfreundliche Pflanzen, die sich sowohl für den Balkon als auch den Garten eignen. Wer leer ausging, oder an einer Saatgutmischung interessiert ist, könne sich an den Nabu wenden.

Für einen zusätzlichen Ansporn möchte er mit einem Fotowettbewerb sorgen. „Wer möchte, kann seine Blühwiese fotografieren. Die schönsten Ergebnisse werden von uns prämiert.“



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