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Wie sich Christian Springfeld und die FDP arrangieren

SPRINGE. Der Bürgermeister und seine Partei – spätestens seit dem Bruch zwischen Jörg-Roger Hische und der CDU vor einigen Jahren ist das ein Thema in der Politik. FDP-Bürgermeister Christian Springfeld hat zahlenmäßig im Rat einen noch überschaubareren Rückhalt als sein Vorgänger:

C. Springfeld
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Nur zwei FDP-Mitglieder hat die Partei im Rat sitzen. Macht es das leichter? Springfeld spricht von einem „entspannten Miteinander“. Er ernte Verständnis dafür, „dass ich nicht die Parteilinie ins Amt übernehmen kann“. Aktueller Fall: Der Bürgermeister widersetzte sich öffentlich der Kritik des Parteifreunds und Ratsmitglieds Matthias Lenz, der die aus seiner Sicht zu hohen Kosten für den Ausbau von Gesamtschule und Grundschule Bennigsen angeprangert hatte.

Dass er als FDP-Bürgermeister auch parteiintern ein Exot sei, habe vor allem am Anfang für Wirbel gesorgt – inklusive eines Glückwunsch-Anrufs von Parteichef Christian Lindner, erinnert sich Springfeld. Es gab Einladungen von benachbarten FDP-Gruppen, die Beteiligung an einer Broschüre der parteinahen Friedrich-Naumann-Stiftung: „Aber der Hype ist abgeflaut“, sagt Springfeld heute.

In seinem eigenen Wahlkampf Ende 2015/Anfang 2016 hatte der Bürgermeister seine Mitgliedschaft in der FDP zwar nicht verleugnet – aber auch nicht offensiv damit geworben: Auf Plakaten tauchte die Partei nicht auf, auf seiner Siegesparty war kein FDP-Logo zu sehen. Auf der Homepage der Springer FDP sucht man Springfeld vergeblich. Und auch aus dem Kommunalwahlkampf im Herbst 2016 hielt er sich raus. „Das gibt mein Amt auch gar nicht her“, sagt er – er dürfe rechtlich als Bürgermeister keinen Parteiwahlkampf machen. Theoretisch hätte er sich dann als Privatperson an den Wahlstand stellen müssen: „Aber wie will man das realistisch abgrenzen?“ Also: Zurückhaltung. Und werben um Verständnis in der Partei. „Ich bin aber auch noch auf keinen gestoßen, der das kritisiert.“

Das bestätigt FDP-Chef Harald Klotz: „Das Amt ist größer als die Partei“, sagt er. Und: „Wir können natürlich nicht immer der gleichen Meinung sein.“ Für ihn ist „logisch, dass der Bürgermeister parteiübergreifend arbeiten muss“.

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