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Wie sehr leiden Jugendliche unter Corona? BBS-Klasse befragt Mitschüler

SPRINGE. Forschung statt Praktikum: Schülerinnen und Schüler des Zweigs „Gesundheit-Pflege“ am beruflichen Gymnasium der BBS Springe sind der Frage nachgegangen, welche Belastung die Corona-Pandemie für Kinder und Jugendliche darstellt – inspiriert von einer Studie der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf.

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Normalerweise steht in der elften Klasse ein Schulpraktikum in einem Gesundheitsberuf an. Aufgrund der Corona-Situation sei es für die Schüler aber fast unmöglich gewesen, einen Praktikumsplatz zu bekommen, da sie immer wieder abgelehnt wurden, erklärt Schulleiterin Anika Hohls-Hellmann – wegen der Überlastung des Gesundheitssystems und der Gefahr, das Virus in einer Pflegeeinrichtung zu tragen.

Nur fünf Schülerinnen absolvierten zwei Wochen lang ein Praktikum, während die restlichen Elftklässler ein Projekt starteten, in dem sie einen Fragebogen entwickelten, um sich bei anderen Schülerinnen und Schülern der BBS über deren Umgang mit der Pandemie zu informieren.

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Fast zwei Drittel fühlen sich abgehängt

„Die Ergebnisse sind spannend“, zieht Hohls-Hellmann Bilanz. Zum Beispiel gaben fast zwei Drittel der Befragten an, dass sie sich neue Hobbys suchen mussten, da Mannschaftssport, Treffen in der Freizeit und gemeinsame Aktivitäten durch den Lockdown nur sehr eingeschränkt möglich waren. „Auch fühlten sich fast zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler durch das Distanzlernen im Homeschooling abgehängt und hatten Schwierigkeiten, den Lernstoff entsprechend zu erarbeiten.“ 75 Prozent der Befragten fühlten sich durch die Isolation und Kontaktbeschränkungen depressiv verstimmt. Dies zeigte sich in Antworten wie Lustlosigkeit, Schlafstörungen, Abgeschlagenheit und auch Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. „Positiv zu vermerken ist, dass viele sich entsprechende Strategien überlegt haben, was sie für sich nutzen können. Neben Online-Games und der darüber stattfindenden Kommunikation wurden Online-Sportkurse genutzt, um sich zu Hause fit zu halten.“

Pandemie belastet Jugendliche ebenso wie Erwachsene

Es habe sich also gezeigt, dass die Corona-Pandemie nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Jugendliche eine Belastung darstellt. „Besonders Lernende in den Pflegeberufen sind sich des Risikos bewusst, andere Menschen mit Risikofaktoren mit Corona anstecken zu können. Entsprechend ist auch die Belastung in diesen Ausbildungsberufen hoch“, sagt Hohls-Hellmann.

Die Ergebnisse des Projekts können auf der Homepage der BBS (www.bbs-springe.de) nachgelesen werden.




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